Stadt bald ohne grüne Politiker?. Beide Zistersdorfer Gemeinderäte der Öko-Partei räumen mit Ende der laufenden Amtsperiode ihren Platz. Suche nach neuen Mandataren gestaltet sich schwierig.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 11. Juli 2018 (06:00)
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Welche Grünen-Mandatare nach der Gemeinderatswahl 2020 – sollte die Partei genug Stimmen erhalten – im Stadtparlament sitzen werden, ist noch unklar.
NÖN-Archiv

Mehr als die Hälfte der aktuellen Gemeinderatsperiode ist um. Während man sich in den Reihen der städtischen VP über die Bürgermeister-Nachfolge den Kopf zerbricht (VP-Stadtchef Wolfgang Peischl soll Gerüchten zufolge sein Amt noch dieses Jahr übergeben), müssen die Grünen ihre Zukunft sichern.

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Grünen-Gemeinderat Helmut Aigner nimmt mit Ende der laufenden Periode den Hut, ebenso wie ...
Grüne

Die beiden Grünen-Gemeinderäte Karl Kolar und Helmut Aigner bestätigten nämlich nun im NÖN-Gespräch, in der nächsten Periode, die 2020 beginnt, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Beide nennen für ihre Entscheidung private Gründe. „Ich bin dann seit zehn Jahren im Zistersdorfer Gemeinderat und bereits älter als 65 Jahre. Ich glaube, dass es damit ganz einfach Zeit ist für einen Wechsel“, sagt Aigner.

„Im Laufe der Jahre hat sich das Klima zwischen den Parteien im Gemeinderat verbessert.“ Karl Kolar, Grünen-Mandatar 

Kolar, der ein Jahr älter ist, nennt denselben Grund. Parteistreitigkeiten habe es nicht gegeben. „Dass es auch innerhalb einer Partei manchmal zu kleineren Differenzen kommt, ist normal. Intern habe ich schon seit Längerem gesagt, dass ich nur noch diese Periode mache“, so Kolar.

„Nachfolger-Suche ist nicht ganz leicht“

So harmonisch das parteiinterne Miteinander zu sein scheint, so schwierig wird sich wohl die Suche nach Nachfolgern gestalten. „Das ist zugegebenermaßen nicht ganz leicht“, so Aigner. Es sei schwierig, Personen zu finden, die sich öffentlich zur Partei bekennen wollen.

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... Grünen-Gemeinderat Karl Kolar. Beide nennen private Gründe.
Grüne

„Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass man sich als Vertreter einer Minderheitsfraktion leider häufig persönlichen Anfeindungen und Benachteiligungen ausgesetzt sieht, die zu ertragen man bereit sein muss“, so Aigner weiter.

Diesbezüglich führen aber beide Mandatare an, dass sich die Gesprächskultur im Gemeinderat im Laufe der Jahre „deutlich verbessert“ habe. Die eigene Position durchzusetzen, sei als Minderheit naturgemäß dennoch schwierig. Ein Anliegen möchte Kolar in der verbleibenden Zeit dann aber doch noch durchboxen: den Umstieg der Stadt auf E-Mobilität. Zuletzt hatten die Zistersdorfer Grünen gegen die schrittweise Anhebung der Müllmengen und die steigende Lkw-Frequenz an der städtischen Müllverbrennungsanlage gekämpft – erfolglos.

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