Wildtiere in Gefahr: Gift beschäftigt Behörden. Jagdexperten beratschlagten sich: „Die illegale Vergiftung von Greifvögeln im Bezirk Gänserndorf muss durch gemeinsame Anstrengungen gestoppt werden“, so das Fazit.

Erstellt am 09. Oktober 2017 (16:51)
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Vergiftete Wildvögel: Wer für die Giftköder verantwortlich ist, ist bis heute unklar.
NOEN, BirdLife

Durch diverse Medienberichte wurde einer größeren Öffentlichkeit bekannt, dass im Bezirk Gänserndorf – insbesondere im Bereich Zistersdorf – in den letzten Jahren viele Fälle von illegalen Vergiftungen von Greifvögeln und anderen Wildtieren aufgetreten sind (die NÖN berichtete mehrmals).

Deshalb fand jüngst an der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf eine Informationsveranstaltung für die Jägerschaft der betroffenen Jagdgebiete statt, bei der neben den für die Vollziehung des Jagdgesetzes zuständigen Behördenmitarbeitern auch der NÖ Umweltanwalt Thomas Hansmann, der Greifvogelspezialist des NÖ Landesjagdverbandes, Walter Hovorka, Bezirksjägermeister Gerhard Breuer, der Bereichssprecher für das Jagdwesen der NÖ Bezirkshauptleute, Heinz Zimper, und ein Vertreter der Exekutive anwesend waren.

Zusammen gegen nicht waidgerechtes Töten

Die gesetzlichen Vorschriften und jagdfachlichen Aspekte der Tötung von Greifvögeln wurden an diesem Abend ausführlich dargelegt und erörtert. Es wurde auch klargestellt, dass das Töten von Greifvögeln aus ornithologischer Sicht kein geeignetes Mittel zum Schutz von Niederwild darstellt, weil das frei gewordene Revier umgehend von einem anderen Greifvogel besetzt wird.

Auf die Verantwortung der Jägerschaft, in ihrem eigenen Interesse massive Anstrengungen im Rahmen der Jagdaufsicht zu unternehmen, um die illegale Greifvogelverfolgung zu stoppen, wurde klar und deutlich hingewiesen. Als Ziel wurde einvernehmlich festgelegt, dass das nicht waidgerechte und gesetzlich verbotene Töten umgehend beendet werden muss. Es gab ein breites Bekenntnis zur dafür erforderlichen Zusammenarbeit.

Bei Fragen betreffend die Vergiftung von Wildtieren besteht die Möglichkeit einer Beratung durch den Sonderbeauftragten für Gift des NÖ Landesjagdverbandes, Walter Hovorka (Tel. 0664/925 50 70). Im Falle verdächtiger Wahrnehmungen im Jagdgebiet ist umgehend die nächste Polizeidienststelle zu verständigen, heißt es seitens der Bezirkshauptmannschaft.