Rettung für jungen Polen

Erstellt am 17. April 2020 | 04:36
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Rettung für jungen Polen
Beamte der Autobahnpolizei bedankten sich bei Wambach für seine Ausdauer und Courage.
Foto: privat
Walter Wambach traf am Weg zum Jagen im Marchfeld auf einen verwirrten Burschen, der auf dem Weg in seine Heimat war. Nach einer langen Odyssee gab es schließlich ein „Happy End“.
Werbung

Als der ehemalige Eckartsauer Bankstellenleiter und Zivilschutzbeauftragte der Marktgemeinde Orth, Walter Wambach, kürzlich mit dem Traktor nach Niederweiden zu seiner Jagdhütte kam, fuhr ein Pkw mit polnischem Kennzeichen vor. Ein völlig aufgelöster Bursch stieg aus dem Auto. Wie Wambach mit einem Jagdfreund herausfinden konnte, hatte der junge Mann vor drei Tagen die Heimreise von Stuttgart nach Polen angetreten.

Nachdem alle Grenzen nach Tschechien geschlossen waren, kam er auf seiner Irrfahrt ins Gemeindegebiet von Engelhartstetten. Es wurde die Polizei und eine gebürtige Polin (die Gattin eines weiteren Jagdfreundes) angefordert. Man versorgte den jungen Mann, er hieß David, mit Essen und Trinken sowie Decken zum Schlafen. Nachdem er sich halbwegs beruhigt hatte, wurde mit ihm vereinbart, am nächsten Morgen sein Auto aufzutanken und zur polnischen Botschaft nach Wien zu fahren.

Bereits auf der Fahrt Richtung Hainburg ging der junge Pole verloren. Nach stundenlanger Suche im Bezirk Bruck konnte er durch einen telefonischen Hinweis seiner Schwester aus Polen auf der Raststation Maria Ellend wieder gefunden werden. Nach fast 50 Telefonaten mit der Botschaft, seiner Schwester aber auch mit seinem Chef aus Stuttgart sowie mit Ewa Kropik, die als Dolmetscherin fungierte, wurden schließlich Rettung und Polizei angefordert.

Da die Rettungskräfte nach einem kurzen Gesundheitscheck anhaltende psychische Probleme feststellen konnten, wurde David schlussendlich ins Krankenhaus nach Neunkirchen gebracht. Somit konnte nach sieben Stunden die Mission beendet werden. Seine Schwester ließ David über Kropik ausrichten, dass alle Beteiligten ihrem Bruder vermutlich das Leben gerettet haben.

Werbung