Bezirk Gänserndorf: Leichte Entspannung bei den Rübenbauern

Gute Wachstumsbedingungen sorgen für mehr Zuckergehalt in den Feldfrüchten und damit für höheren Mindestpreis.

Erstellt am 18. November 2021 | 06:24
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Im Bezirk sieht man sie derzeit allerorts: Traktoren, beladen mit Tonnen an Zuckerrüben.
Foto: Coursolle

Wenn man zur Zeit im Bezirk unterwegs ist, sieht man sie nun oft um die Ecke biegen – die Rübenbauern auf ihren Traktoren und den mit der Feldfrucht schwer beladenen Anhängern. Die Zuckerrübenkampagne ist voll im Gange. Heuer begann die Agrana, die Verarbeitungssaison 2021 in ihren beiden Fabriken in Tulln und Leopoldsdorf im Oktober.

Die Zuckerrübenkampagne wird rund 120 Tage dauern, voraussichtlich bis Ende Jänner 2022. 2021 wurden in Österreich 38,6 Hektar Zuckerrüben angebaut. Man erwartet zwischen 78 und 80 Tonnen Rüben je Hektar. Durch die guten Wachstumsbedingungen, darunter die Regenfälle im August und viel Sonne im September, rechnet die Agrana 2021 mit leicht höherem Zuckergehalt, bei durchschnittlichem Ertrag. Je süßer die Frucht, desto höher der Rübenmindestpreis.

Vorschau auf 2022 ist positiv

Das bedeutet wiederum mehr Geld für die Rübenbauern. Befragt zur Schädlingssituation in dieser Saison, meint der Pressesprecher der Agrana, Markus Simak: „Bei günstiger Witterung im Frühjahr mit feuchtkühlem Wetter, kam es nach der Aussaat im April zu keinen nennenswerten Schäden an den Jungpflanzen. Auch die Vorschau auf 2022 ist positiv.“

Durch die ebenso verringerte Eiablage des Rübenderbrüsslers ist in puncto Schädlingsbekämpfung Entspannung in Sicht. Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Rüben- und Rohrzucker? „Chemisch gesehen, gibt es den nicht, beide Zuckerarten bestehen zu 100 Prozent aus Saccharose. Ökologisch gesehen ist der Anbau von Rübenzucker jedoch von Vorteil. Er trägt aufgrund seiner Fruchtfolge zu gesunden Böden bei, da er nur vier bis sechs Jahre am selben Standort kultiviert wird“, erklärt Simak. Anders sei dies bei der Zuckerrohr-Monokultur. Es kommt in Folge dazu, dass die Anbauflächen nicht mehr genutzt werden können. Dies führe zu exzessiver Rodung tropischer Regenwälder und zu einer Zerstörung von Flächen.