Groß-Enzersdorfs ÖVP setzt auf Konfrontation. Aussendung der Volkspartei wirbt auf der Vorderseite für Miteinander, auf der Rückseite gibt es aber Angriffe.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 02. Mai 2020 (06:09)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
VP-Stadtrat Gottfried Rotter kritisiert Zusammensetzung des Stadtrates und schießt sich auf ehemaligen VP-Mandatar Reinhard Wachmann (Neos) ein. Foto: Gemeinde
Gemeinde Groß-Enzersdorf

Die April-Aussendung der ÖVP, der „Stadtler“, lässt die weitere Strategie erahnen. Auf den vorderen Seiten lässt Obmann Peter Cepuder auf ein „gelebtes Miteinander“ in der Stadt hoffen. Erste Ansätze will er bei den Koalitionsverhandlungen gespürt haben. Auf der Rückseite schlägt Gottfried Rotter in eine andere Kerbe.

Wachmann: „Wir haben keine Kultur des Scheiterns“

„Ein gemeinsamer Außenfeind, das Coronavirus schweißt zusammen“, so Rotter. Dennoch müsse Platz für Kritik sein: „Zum Beispiel die Zusammensetzung des Stadtrates. Eigentlich müsste laut Wahlergebnis das Verhältnis 5 SPÖ zu 3 ÖVP zu 1 Grüne sein. Jetzt gibt es von diesen drei Parteien je drei Stadträte. Spiegelt das den Wählerwillen wider?“, fragt Rotter.

Dazu gebe es von den Grünen keinen Vizebürgermeister, keinen Ortsvorsteher. „Scheuen die Grünen die Verantwortung oder nimmt man lieber das höhere Stadtratssalär?“

Besonderes Augenmerk widmet Rotter dem Obmann des Prüfungsausschusses, Reinhard Wachmann von den NEOS. Ein Mann, der nach einer „bombastischen Spatenstichfeier“ für ein Golf- und Lifestylezentrum in Raasdorf nun in den Konkurs geschlittert sei: „Also der richtige Mann, der sich mit Finanzen auskennt.“

Wachmann nimmt’s gelassen: „Wir haben keine Kultur des Scheiterns“, aber in Wirtschaftsfragen sei er nach wie vor kompetent. Im Prüfungsausschuss wolle er eine Rolle als Berater einnehmen und nicht destruktive Oppositionspolitik machen. „Und da sind noch viele in diesem Gremium, auch von der ÖVP, die sich einbringen können“, kontert SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec.