Im Suff Biber erschossen?. Schreiben an die Bezirkshauptmannschaft belastet einen Mann schwer: Er soll in offensichtlich alkoholisiertem Zustand ein geschütztes Tier getötet haben.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 20. September 2017 (05:20)
Kern
In Zwerndorf soll ein Biber umgegangen sein. Nun ist das geschützte Tier tot, es wurde angeblich von einem Betrunkenen erschossen.

Große Aufregung im Erholungsgebiet von Zwerndorf: Zuerst wurde in den Abendstunden des 8. September vor den Sommerhäusern an den Seen ein Biber gesichtet. Die Nager sind nicht immer gern gesehene Gäste, da sie mit ihren Zähnen oft schwere Schäden anrichten können. Deswegen war die Biber-Sichtung auch im 3er-Wirtshaus von Pepi Helm und Jutta Wolf ein heiß diskutiertes Gesprächsthema. Nun ist der Biber tot und es gibt eine anonyme Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft.

Aus dem Schreiben an die Behörde: „Im Laufe des Abends kam ein sichtlich alkoholisierter Besucher ins Gasthaus, laut eigener Aussage von einem Kontrollgang um den See. Sichtlich gut gelaunt soff er im wahrsten Sinne des Wortes weiter und verließ gegen 23 Uhr das Gasthaus.“ Wenig später seien drei Schüsse aus einer Faustfeuerwaffe zu hören gewesen.

"Es kann sich auch um einen Bosheitsakt handeln"

Der Mann – er ist laut dem Brief ein Fischereiaufseher – habe in seinem Zustand offenbar den Biber erschossen und auch noch voller Stolz eine SMS mit „Biber tot“ versandt. Der Vorfall wurde beobachtet und das tote Tier besichtigt, anschließend der Kadaver im benachbarten Feld „entsorgt“. „Wir sind sehr besorgt, dass ein schießwütiger Betrunkener mitten in der Nacht im bewohnten Gebiet so handeln kann. Der Entzug der Waffenberechtigung sollte unseres Erachtens die mindeste Konsequenz sein“, schließen die Schreiber der Anzeige.

Die Fischereiaufsicht will nicht bestätigen, dass es sich bei dem Beschuldigten um ein Aufsichtsorgan handelt: „Egal, ob es ein Aufseher oder eine Privatperson war – wenn mit einer Waffe auf eine geschützte Tierart geschossen wird, ist das eine strafbare Handlung“, stellt Gregor Gravogl, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands, fest. Er hat noch nicht von dem Fall gehört: „Unsere Aufseher werden aber regelmäßig geschult und müssen wissen, dass Biber geschützte Tiere sind. So einen Vorfall hat es noch nie gegeben, jetzt muss die Behörde entscheiden.“

Bezirkshauptmann Martin Steinhauser bestätigt, dass eine anonyme Anzeige des Falls eingegangen ist und die Bezirkshauptmannschaft gerade dabei ist, die Sachlage zu verifizieren: „Denn es kann sich auch um einen Bosheitsakt handeln. Sollte es stimmen, zieht das ein Verfahren nach dem Waffengesetz oder dem Naturschutzgesetz nach sich. Einen Biber zu töten, ist verboten.“ Auch Polizei-Erhebungen würden über die Bühne gehen. Derzeit werden Zeugen befragt.