Mehr als 1.500 Teilnehmer bei Protestmarsch in Gmünd

Erstellt am 18. Dezember 2021 | 21:00
Lesezeit: 3 Min
Aus allen Teilen des Waldviertels strömten am 18. Dezember Kritiker der Covid-Politik nach Gmünd: Am „Protestmarsch" bzw. der Kundgebung dazu beteiligten sich je nach Darstellung zwischen 1.600 und „fast 2.000“ Teilnehmer. Dem Aufruf der Organisatoren, den Protest „friedlich, aber lautstark“ kundzutun, wurde größtenteils vorbildlich nachgekommen. Dennoch kam es zu 17 Anzeigen und zwei vorübergehenden Festnahmen.
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Sprachen die Veranstalter von „fast 2.000“ gezählten Teilnehmern, so registrierten Bezirkshauptmannschaft und Polizei in jeweils eigenen Zählungen etwa 1.600 Teilnehmer bei der Kundgebung am Schubertplatz in Gmünd-Neustadt und 800 Personen, die den anschließenden Marsch an der früheren Bobbin-Fabrik und der Herz-Jesu-Kirche vorbei in Richtung Bahnhof, durch die „Einkaufsmeile“ und über die Weitraer Straße zurück zum Schubertplatz, mitmachten.

Die Themen der Sprecher bei der Kundgebung, darunter FPÖ-Abgeordneter Reinhard Teufel, sind bekannt: Kritisiert wurde das Vorgehen der Bundesregierung und der ÖVP in Niederösterreich im Kampf gegen die Pandemie bis hin zur angekündigten Impfpflicht. Es seien Lügen verbreitet und Versprechen gebrochen worden, so Teufel.

Polizeichef in Summe sehr zufrieden mit Ablauf und Disziplin

Überwiegend friedlich, aber laut – „Friede, Freiheit, keine Diktatur“, „Widerstand“ oder „Wir sind das Volk“ skandierend – zogen die vielfach mit Schutzmaske ausgestatteten Teilnehmer schließlich durch die Straßen. Begleitet wurden sie neben einem Ordnerteam des Veranstalters auch von etlichen demo-erfahrenen Einsatzkräften. Die Bilanz von Bezirkspolizei-Kommandant Wilfried Brocks, der etwa 35 Polizisten für die zweieinhalbstündige Veranstaltung abgestellt hatte, ist an sich hinsichtlich Ablauf und Disziplin sehr positiv.

In Summe sei es dennoch zu 17 Anzeigen und zwei Festnahmen gekommen, davon jeweils einer wegen aggressiven Verhaltens, der Rest wegen Verletzung der Pflicht zum Masketragen. „Bei so vielen Leuten wollen es einfach ein, zwei genauer wissen. Die Polizisten waren betont deeskalierend, aber irgendwann müssen sie einfach durchgreifen“, so Brocks. Die beiden Festnahmen seien nach Identitätsfeststellungen wieder aufgelöst worden.

Am Sonntag: Stille Kundgebung als Zeichen der Solidarität

Die Pandemie führt auch am 19. Dezember ab 16.30 Uhr Menschen in Gmünd zusammen: Vor dem Landesklinikum ist für maximal eine Stunde eine stille Kundgebung mit Kerzenlicht geplant. Ziel der Organisatoren ist es hier, ein Zeichen der Solidarität mit dem Gesundheitspersonal geben. Um 17 Uhr wird in einer Schweigeminute der Covid-Toten gedacht. Reden oder ein sonstiges Programm sind nicht vorgesehen.

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