Besonderes Souvenir: Der Gmünder Stadtplatz zum Mitnehmen

Erstellt am 03. Dezember 2022 | 06:48
Lesezeit: 3 Min
Modellbauer fertigen Häuser in Miniformat an. Rund 20 Gebäude sind schon in Auftrag.
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Das Haus am Stadtplatz 39 ist kaum größer als eine Handfläche. Das Nachbargebäude sieht in dieser Version besonders gelungen aus: die Aufschrift, die Werbeposter und der richtige Abstand zwischen den beiden rechten Fenstern, die ein bisschen weiter voneinander entfernt sind als alle anderen. Am Gebäude vom Stadtplatz 35 ist sogar der kleine Torbogen angebracht.

Die Rede ist von Notariat, Apotheke „Zum Auge Gottes“ und Bäckerei Döller. Sie wurden von Richard und Kevin Weiß im Maßstab 1:87 in der Spur H0 als Modell nachgebaut. Aus dem Auftrag eines Privatkunden soll sich nun ein neues Souvenir der Bezirkshauptstadt entwickeln – nicht nur für Fans von Modelleisenbahnen.

Aus Not wurde Tugend

Richard und Kevin Weiß sind das Vater-Sohn-Gespann, das für den Nachbau des Stadtplatzes verantwortlich zeichnet. Sie sind vor rund zehn Jahren in den Modellbau eingestiegen. „Mein Vater besitzt eine Modelleisenbahn und uns haben immer Gebäude gefehlt, die zu unserer Gegend passten. Also dachten wir, wir könnten auch selbst Modelle bauen“, erzählt Kevin Weiß. Sie leben und arbeiten im Weinviertel, den Modellbau betrieben sie neben dem Beruf. „Positives Feedback freut uns und die Arbeit macht Spaß. Oft ist es nur leider eine Frage der zeitlichen Ressourcen , was wir umsetzen können.“

Für Sgraffitohäuser braucht es Tricks

Für den Gmünder Stadtplatz wurden insgesamt 17 Gebäude in Auftrag gegeben. Nach Notariat, Apotheke und Bäckerei sollen demnächst die Druckerei Berger und die Fleischerei Fichtenbauer fertig werden. Wer nun bei der Fleischerei an die aufwendige Sgraffito-Fassade denkt: Ja, auch das soll es als handflächengroßes Modell geben. „Hier werden wir die Fassade fotografieren und dann als Folie zum Aufkleben gestalten“, erklärt Kevin Weiß.

Alle anderen Gebäude sind erst zu bemalen, im Umfang enthalten ist der Bausatz des jeweiligen Gebäudes. Zusammengebastelt müssen sie selbst werden. „Wir entwickeln aber gerade ein Konzept für Interessierte ohne Modellbau-Erfahrung“, sagt er. Die Modelle bestehen aus Finnpappe, ausgeschnitten und graviert werden sie mithilfe eines Lasers. Davor erfolgt die Planung am Computer – meist anhand von Fotos.

Wie aus dem Privatauftrag ein Souvenir wurde?

Der Gmünder Roman Erhart war auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für den Schwiegervater, ein Modelleisenbahn-Fan. Zufällig stieß er auf die Stadtplatz-Modelle von Richard und Kevin Weiß. „Ich dachte sofort, daraus müssen wir etwas machen. Ein solches Souvenir ist etwas Besonderes, das hat nicht jede Stadt“, erzählt er.

Gesagt, getan: Die Modelle werden am Stadtamt und im „Waldviertler Eck“ erhältlich sein. Und: Neben den 17 Gebäuden am „Unteren Stadtplatz“ gibt es auch schon Überlegungen zum Nachbau von Altem Rathaus und Palmenhaus.

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