RZA: Betrieb übersiedelt von Amaliendorf nach Gmünd. Pionier für Software für Buchhaltung, Fakturierung & Lohnverrechnung will aus Amaliendorf nach Gmünd gehen. Verträge für Gemeindegrund im Frühjahr, Bau 2022/23?

Von Markus Lohninger. Erstellt am 15. Januar 2020 (06:00)
Freude in Gmünd: Bürgermeisterin Rosenmayer begrüßt die Firma RZA in der Bezirkshauptstadt. Am Foto bei der Präsentation der Pläne: Patrick Müllner (RZA), Stadtrat Jürgen Trsek, RZA-Geschäftsführer Reinhard Müllner, Vizebürgermeister Hubert Hauer, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer und Stadtrat Martin Preis (v.l.).
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RZA trägt die Heimatgemeinde als „Rechenzentrum Amaliendorf“ bereits im Namen, ist dort mit 33 Beschäftigten zweitgrößter Arbeitgeber.

Jetzt hat sich der Spezialist für die Entwicklung von Software für Buchhaltung, Fakturierung & Lohnverrechnung aber entschieden: Die Firma RZA will Amaliendorf verlassen und in der Bezirkshauptstadt Gmünd einen Neubau realisieren.

Was privat begann, sprengte Grenzen.

Das kontinuierliche Wachstum mache den Schritt unausweichlich, sagt Reinhard Müllner, Geschäftsführer der GmbH neben Markus Garhofer. Die Firma wurde 1982 wie berichtet eher zufällig ausgerechnet in Amaliendorf gegründet.

Der Kärntner Rechtsstudent, Erzieher und schließlich Druckerei-Besitzer in Wien Johann Sauerschnig hatte hier auf einem per Anzeige gefundenen Grund ein Privathaus errichtet, wo er wegen seines zunehmenden Interesses auch eine Firma zur Software-Erstellung für Rechnungslegung, Buchhaltung und Lohnverrechnung einrichtete.

2007 verkaufte er diese an seine Mitarbeiter Müllner und Garhofer. Sie füllen am Privatgrundstück nun bereits zwei angemietete Wohngebäude mit Büroleben, betreuen von hier aus 5.000 laufende Kunden in ganz Österreich und erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 2,4 Millionen Euro. – Jetzt sind auch in den beiden Gebäuden die Kapazitätsgrenzen erreicht.

Kein leichter Weggang.

„Manche Abteilungen können räumlich gar nicht mehr im Team arbeiten, teilweise müssen Arbeitsplätze geteilt werden. Wir müssten umbauen, stehen aber an“, erklärt Reinhard Müllner, warum ein Neubau nötig wird.

Der angekündigte Abschied aus Amaliendorf falle der Mannschaft nicht leicht, betont er: „Wir fühlen uns hier sehr wohl, haben auch mit der Marktgemeinde ein super Verhältnis.“

„Gmünd ist ein sehr interessanter Standort geworden“.

Man habe aber auch wegen der Infrastruktur und öffentlichen Anbindung in eine zentralere Lage tendiert. Geworden ist es nach längerer Suche die Bezirkshauptstadt. „Gmünd hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt, ist ein sehr interessanter Standort für unsere Mitarbeiter und auch Kunden geworden“, erklärt Müllner. Seit Jahren werden erfolgreich große Kurse im Sole-Felsen-Hotel veranstaltet.

Verträge noch im Frühjahr?

Für den Neubau wird ein Grundstück einigermaßen in Ruhelage mit Anbindung an den Naturraum gesucht, wo die Mitarbeiter etwa beim Mittags-Spaziergang den Kopf freibekommen können. Berücksichtigt werden sollen neben ausreichend Büroraum auch Rückzugs- und kleinere Seminar-Möglichkeiten, nach Jahrzehnten der steten Expansion soll freilich auch allfälliger weiterer Bedarf mitberücksichtigt werden.

Auch in Gmünd sei man von der Gemeindeführung mit offenen Armen empfangen worden, blickt Geschäftsführer Müllner zurück: Mehrere potenzielle Standorte seien gemeinsam besucht worden, jetzt habe man eine „relativ konkrete Vorstellung, es wird ein Gemeindegrund sein“. Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) glaubt, dass die Verträge theoretisch schon in der nächsten ordentlichen Sitzung des Gemeinderates zur Beschlussfassung vorgelegt werden könnten.

Nach dem Grunderwerb will RZA in die konkrete Planungsphase gehen, der Bau wird für die Jahre 2022/23 anvisiert.

„Neue berufliche Heimat“.

Die Stadtführung freut sich, dass „weitere Beschäftigte eine neue berufliche Heimat in Gmünd finden werden“. Mit RZA habe man bisher nur beste Erfahrungen gemacht – die Firma hatte sich vor zwei Jahren wie berichtet im Bieterverfahren um die ausgelagerte EDV-Betreuung der Stadt durchgesetzt, inzwischen hat sie die komplette Soft- und Hardware über.

Ein Grund mehr für eine HTL.

Neben der Beschäftigung mit dem künftigen Betriebsstandort prägt derzeit die Umstellung auf das richtungsweisende, „cloudbasierte“ neue Software-Paket Worxx, in dessen Entwicklung seit 2010 etwa drei Millionen Euro geflossen sind, den Alltag bei RZA.

„Die technischen Anforderungen ans Personal steigen“, sagt Müllner. Er hofft auf die Implementierung einer HTL in Gmünd – und stößt damit bei der Stadtführung auf offene Ohren. Für die HTL braucht es wie berichtet Land und Bund. – Aktuell werden bei RZA viele Maturanten an ihre Aufgaben herangeführt. Eben erst hat aber mit Nadine Thaler auch der erste Lehrling die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Jetzt sind zwei Lehrlinge beschäftigt, einer soll noch heuer kommen – und als Erster den neuen Lehrberuf „Coding“ erlernen.