Zu- und Umbau für PBZ Weitra: Okay im Landtag. 4,5-Millionen-Euro-Projekt kann im Frühjahr starten: Mehr Privatsphäre für die Bewohner, auch Kapazität wird erhöht.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 27. Oktober 2020 (14:52)
Abgeordnete Margit Göll und die für Pflege- und Betreuungszentren verantwortliche Landesrätin Christian Teschl-Hofmeister (beide ÖVP) kündigen eine „beispielgebende Erweiterung“ des PBZ Weitra an.
Kraus

Fast zweieinhalb Jahre hat es seit dem Millionen-Versprechen zum 25-Jahr-Jubiläum des Pflege- und Betreuungszentrums Weitra im Sommer 2018 gedauert, nun wurden im Landtag aber Nägel mit Köpfen gemacht: Der 4,5 Millionen Euro teure Zu- und Umbau wurde im NÖ Landtag einstimmig beschlossen, Baustart soll noch im Frühjahr 2021 sein.

Freude für die Bewohner und die Mitarbeiter

Groß ist der Jubel naturgemäß bei den Bewohnern, den mehr als hundert Beschäftigten und Direktorin Sabine Englmaier.

Freude bei Direktorin Sabine Englmaier: Im Frühjahr soll es losgehen!Andraschek
Die Grünen NÖ

„Ich freue mich über die Baumaßnahmen nicht nur für die Bewohner, die mehr Privatsphäre genießen können, wenn sie das Bedürfnis danach haben, sondern auch für meine Mitarbeiter, die dadurch beim Einsatz von modernen Liftern und Mobilisationsgeräten mehr Platz haben – und somit ein einfacheres Handling haben werden“, sagt Englmaier.

Lockerer, individueller

Obwohl die Nutzfläche auf drei Stockwerken um insgesamt immerhin 718 m 2 angehoben wird, steigt die Bewohnerzahl „nur“ von derzeit 110 auf 119. Das hat einen guten Grund: Die letzten fünf Dreibettzimmer werden zu Zweibettzimmern umfunktioniert, kleine Zweibettzimmer werden zu Einbettzimmern. Die Wohnbereiche sollen in Richtung kleinerer Wohngruppen gelockert, Individualität und Privatsphäre damit stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.

Im ersten und zweiten Stock wird der Aufenthaltsraum zudem um eine Außenterrasse erweitert. „Dadurch wird es künftig leichter möglich sein, unsere Bewohner an die frische Luft zu bringen, wenn sie das möchten“, sagt Direktorin Englmaier.

Verbesserungen verspricht sie sich auch durch eine räumliche Trennung von Eingang und Rettungszufahrt oder die Schaffung von Besprechungsräumen, die auch für Familientreffen mit etwa einem Dutzend Personen genutzt werden können sollen.

Göll streicht Rolle der vor Ort Handelnden hervor

 „Es geht um Leben und nicht nur um Versorgung. Die Bewohner stehen im Mittelpunkt“, streicht Landtagsabgeordnete Margit Göll (ÖVP) das Motto „Leben entfalten – Zukunft gestalten“ für die Entwicklung der NÖ Pflege- und Betreuungszentren hervor.

Das Land NÖ unter VP-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister könne die Mittel freigeben, in der Praxis komme es aber auf die vor Ort handelnden Personen an.

„Persönliche, wertschätzende Arbeit“

Vor der Coronazeit sei sie sehr oft im PBZ Weitra gewesen, sagt Göll: „Hier habe ich immer die sehr persönliche, wertschätzende Arbeit gespürt. Die Beschäftigten hier sind sehr bemüht um die Bewohner.“ Neben Pflege „auf höchstem Niveau“ stehe in Weitra auch das individuelle Bedürfnis mit individuellen Lebensrhythmen im Fokus, Bewohnern würden „möglichst familienähnliche Strukturen“ geboten.

Grünen-Sozialsprecherin Silvia Moser: „Längst überfällig“.
Die Grünen NÖ

Grünen-Abgeordnete und Sozialsprecherin Silvia Moser gibt ihrer Freude über den einstimmigen Beschluss im Landtag Ausdruck.

„Dieses Haus entspricht schon lange nicht mehr den Anforderungen, die heute an eine zeitgemäße Pflegeeinrichtung gestellt werden“, sagt sie – vor allem das Ende der Dreibettzimmer und größere Aufenthaltsbereiche seien „längst überfällig“. Sie wünsche den Beteiligten trotz belastender Baumaßnahmen „eine komplikationsfreie, kurze Bauphase und viel Vorfreude“ auf das erweiterte PBZ.

Ziel ist Fertigstellung in zwei Jahren. Der Plan ist, dass zunächst der Zubau errichtet wird, in den dann während des Umbaus des Bestandes nach und nach „ausgewandert“ werden kann. Der Baubeginn soll im Frühjahr erfolgen, die Bauzeit ist mit maximal zwei Jahren anberaumt.