Waldviertler erwachte nach zwei Jahren aus dem Koma. Mario Berger aus Watzmanns (Gemeinde Bad Großpertholz), ehemaliger Fußballer beim USC Schweiggers, lag lange im Wachkoma. Jetzt beginnt er zu sprechen, schreiben, rechnen – und trainiert Fußballspielen vom Rollstuhl.

Von Karin Pollak. Erstellt am 25. November 2020 (06:22)
Einfach nur glücklich: Mario Berger mit seiner Schwester Celina.
privat

Kein noch so großer und schön beleuchteter Christbaum kann heuer die Gesichter der Familie Berger aus Watzmanns überstrahlen. Ihr Glück ist gerade unbeschreiblich: Sohn Mario (37) ist nach zwei Jahren im Wachkoma zurück. Er spricht, schreibt und rechnet – jeden Tag geht etwas mehr.

Schicksalshafte Diagnose

Das Schicksal schlug im Oktober 2018 in voller Härte zu. Bei Mario, einem begeisterten Fußballer des USC Schweiggers und engagierten Waldviertel-Betreuer bei XXXLutz, war wie berichtet ein Gehirntumor diagnostiziert worden. Es folgten zwei Schlaganfälle, Berger fiel ins Wachkoma.

„Die Ärzte machten uns keinerlei Hoffnung auf eine Besserung. Aber wir ließen uns nicht beirren, sind unseren Weg gemeinsam mit Mario gegangen und haben enorm viel Unterstützung dabei erhalten“, betonen seine Eltern Monika und Josef.

Der Erfolg hat viele Helfer

„Es ist auch für uns unfassbar. Aber Mario hat vor wenigen Wochen sein erstes Wort gesprochen. Da waren wir wirklich baff“, berichtet seine Mutter Monika, die Mario gemeinsam mit der Familie und vielen Unterstützern in den vergangenen zwei Jahren umsorgt, betreut und gefördert hat.

Therapeuten (auch Impulsströme und Cranio), Logopäden, Mitarbeiterinnen des Hilfswerkes Weitra, die Hausärztin, die Nachbarn und viele Spender halfen mit Hilfsaktionen, diese Hilfe habe jetzt den Erfolg gebracht: „Mario versteht alles, hört alles, kann sich in seinem Rollstuhl selbst aufrichten oder setzen. Er spricht, schreibt und übt das Einmaleins, wäscht sich und cremt sich ein. Jetzt lernt er gerade das Essen, das ist wieder ein Schritt in die Normalität“, freut sich Monika Berger.

Auch an die Zeit vor dem Oktober 2018 könne sich Mario erinnern. „Es ist alles so faszinierend. Er kennt die Farbe des Hauses seines besten Freundes und den Code von unserem Garagentor.“

Training mit dem Neffen

Mit seinem fünfjährigen Neffen Joel trainiert Mario Berger auch schon das Fußballspielen vom Rollstuhl aus. Eines seiner vielen Ziele ist nämlich der Besuch seiner Freunde des USC Schweiggers. Auch das wird Mario Berger erreichen, davon sind alle überzeugt.

„Er ist voll motiviert und gibt das Tempo vor“, meint seine Mutter, die Mario im Sommer bei seiner sechswöchigen Reha am Rosenhügel in Wien begleitet hat. Marios Eltern, sein Bruder Michael, Schwiegertochter Kristina sowie seine Schwester Celina sind einfach nur glücklich und dankbar: „Allen, die an Mario geglaubt haben und die ihn unterstützt haben, wollen wir von Herzen danken. Weihnachtsgeschenke brauchen wir heuer keine. Wir haben das größte Geschenk schon erhalten.“

Sie habe nicht aufgegeben, ergänzt Monika Berger: „Ich habe als Mutter einfach gespürt, dass sich all der Einsatz lohnen wird. Jetzt sehen wir, dass ich recht habe.“

Die Zustimmung zur Veröffentlichung dieses Artikels konnte Mario Berger bereits selbst am Telefon geben.