Ärger um ein Hitler-Zitat. Schrems | Turbulente Woche für Staudinger: FMA brummte „Schuh-Rebellen“ 10.000-Euro-Strafe auf, Internet-Community schoss sich wegen Hitler-Satz auf Waldviertler ein.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 13. Mai 2014 (09:57)
30 Jahre alter (und noch funktionsfähiger) Waldviertler-Schuh, neuer Gegenwind: Heini Staudinger musste sich als Nazi beschimpfen lassen. Foto: M. Lohninger
NOEN, Markus Lohninger
Fast wäre das Erreichen einer neuen Stufe im Zwist des GEA-Chefs Heini Staudinger mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) untergegangen – so hohe Wellen schlug vorige Woche ein auf der Internet-Firmenseite veröffentlichtes Zitat von Adolf Hitler: „Die Menschen werden jede Lüge glauben, vorausgesetzt, sie ist groß genug.“

Entschuldigung via Facebook

Der Satz, als „Screenshot“ von einem Facebook-Nutzer zur Diskussion gestellt, sorgte für breite Empörung. Die wuchs noch, als sich der für die Auswahl der regelmäßig wechselnden Zitate zuständige Chefredakteur der Gea-Zeitschrift „Brennstoff“, der sich „Moreau“ nennt, damit rechtfertigte, dass der Satz ja „wahr“ sei.

Hatte er zunächst angekündigt, das Zitat auf der Homepage zu belassen, so ließ es Heini Staudinger am Donnerstag doch löschen – und entschuldigte sich via Facebook. Der Schritt wurde dort mehr als 100-mal, auf der Seite des „Standard“ über 650-mal kommentiert.

„Moreau taugt das Spiel mit dem Feuer, aber er hat den Shit-storm unterschätzt. Es tut ihm auch leid.“
Heinrich Staudinger

„Teilweise war das Feedback entsetzlich“, sagte Staudinger danach zur NÖN: „Es meldeten sich aber auch haufenweise Menschen, die die Hysterie für Blödsinn halten.“ Ihm selber sei eine Erwähnung von Adolf Hitler kein Anliegen und auch kein Mittel, um darauf hinzuweisen, dass Lüge, Manipulation und Propaganda „immer noch existieren. Moreau taugt das Spiel mit dem Feuer, aber er hat den Shit-storm unterschätzt. Wahrscheinlich wäre die Sache anders ausgegangen, wenn er geschrieben hätte: ‚Adolf Hitler, Meister der Lüge‘.“

Und der Kampf Heini gegen FMA, mit dem Staudinger vor bald zwei Jahren überregionale Beliebtheit erlangte?
Der brachte dem „Schuh-Rebellen“, der auch Möbel erzeugt und verkauft, nun 10.000 Euro Strafe ein: Die letzte Frist zur Umwandlung des umstrittenen Crowdfunding-Modells zu angekündigten „nachrangigen Darlehen“ per 31. März war nicht eingehalten worden, laut Staudinger haben bis dato aber 151 von 185 Geldgebern dem neuen Modell zugestimmt. Er kündigte Beschwerde gegen die Strafe an.

Wie er der APA sagte, wolle er zu drei Millionen geliehenen Euro eine weitere Million durch Crowdfunding aufnehmen – zur Finanzierung des geplanten Besucherzentrums in Schrems.

NÖN.at hatte direkt nach den Vorfällen berichtet: