Ärztesprecher zu Coronavirus: Grippe-Risiko weit höher!. Gmünder Bezirks-Ärztesprecher Christoph Preißl meldet sich angesichts der Coronavirus-Hysterie zur Wort: "Coronavirus gegen Grippe vernachlässigbar."

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 07. Februar 2020 (12:32)
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"An der Grippe sind im Vorjahr mehr als Tausend Menschen in Österreich verstorben. Dagegen ist der Coronavirus geradezu vernachlässigbar", schaltet sich der Gmünder Bezirksärztevertreter Christoph Preißl in die Debatte um den Coronavirus ein, sieht darin Panikmache und verweißt darauf, dass das Risiko, an der Grippe zu erkranken, weit höher sei. "Die Grippe ist eine ernstzunehmende Krankheit. Wäre das mediale Echo da ähnlich wie beim Coronavirus, würden sich auch mehr Leute dagegen impfen lassen."

Tatsächlich hat sich in Österreich noch kein einziger Corona-Verdachtsfall bestätigt (zwei Fälle in Wiener Neustadt werden gerade untersucht). Laut AGES werden in der Saison 2018/19 jedoch 1.373 Todesfälle mit dem Influenza-Virus assoziiert. 

Auch aktuell sei die Lage bei der Grippe nicht einfach, betont Preißl. "Wenn ich mir anschaue, wie viele Menschen sich heuer mit Influenza A infiziert haben, würde ich nicht mehr sagen, diese oder jene Gruppe ist besonders gefährdet, sondern die Impfung ist für alle empfehlenswert", sagt er. "Dann gäbe es weniger Erkrankte und mit Sicherheit auch weniger Todesfälle."

Die schlechte Impfmoral bei Influenza führt der Allgemeinmediziner aus Kirchberg auch darauf zurück, dass sie gegen den landläufig ebenso als Grippe bezeichneten grippalen Infekt nicht helfe: "Die Impfung schützt gegen den Influenza-Virus, aber nicht gegen den grippalen Infekt. Man kann also trotzdem krank werden."

Weitere Infos: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/grippe/#