Fast sicher: Seuche kommt. Jäger und Behörden sind gerüstet, Wildschweine nicht allein verantwortlich.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. Januar 2020 (05:21)
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Von Ungarn aus droht die Afrikanische Schweinepest auf Österreich überzuschwappen. Erste Fälle könnten, so die Sachverständigen, schon heuer auftreten. Die Jäger im Bezirk Gmünd sind jedenfalls dafür gerüstet.

Bereits Mitte Dezember trat die „ASP-Frühwarnverordnung“ in Kraft. Diese Verordnung besagt unter anderem, dass jedes Schwarzwild-Fallwild der Bezirkshauptmannschaft zu melden ist. Menschen oder Jagdhunde sind von derartigen Kadavern, die Blutungen aufweisen, fernzuhalten.

Weiters ist darauf zu achten, ob sich Schwarzwild auffällig verhält. Durch hohes Fieber, dass mit der Afrikanischen Schweinepest einhergeht, flüchtet ein Wildschwein nicht, deren Bewegungen sind gestört und es suhlt sich auch bei Tageslicht.

Schwarzwild wird jetzt intensiv bejagt

Bei geschossenen Wildschweinen ist darauf zu achten, dass die Jäger nur mit Einweghandschuhen die Tiere aufbrechen und die Innereien, wie Leber, Herz, Niere oder Milz genau prüfen. Auch im Verdachtsfall ist eine Meldung an die Behörde erforderlich. Das Wild darf nicht weggebracht werden.

„Diese Maßnahmen werden natürlich konsequent eingehalten. Darüber hinaus wird noch im Jänner ein Hegeringleiter seminar abgehalten, auch auf Bezirksebene sind Infoveranstaltungen in Vorbereitung“, betont Bezirksjägermeister Ernst Strasser.

Die Reduktion des Schwarzwildbestandes ist auch eine Maßnahme gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. „Ich rechne mit über 1000 Stück geschossenen Wildschweine im abgelaufenen Jahr im Bezirk. Das ist wieder mehr als im Jahr 2018“, so Strasser.

"In Tschechien und der Slowakei war bereits vor einigen Jahren diese Seuche aufgetreten"

Dass die Afrikanische Schweinepest, die bei einem Auftreten in Österreich auch gravierende Auswirkungen auf die Züchter von Hausschweinen haben wird, nur durch die Wildschweine übertragen werde, widerlegen die Jäger als auch die Behörden.

„Jeder von uns Österreichern, der sich zum Beispiel in Ungarn Rohwurst kauft, könnte diese Krankheit übertragen“, betont Josef Pruckner, der die Jungjäger im Bezirk ausbildet, denn: „Monatelang können infizierte Wildschweinkörper infektiös bleiben. Das gilt aber auch für Speisereste, Speiseabfälle, verschmutzte Kleidung, Werkzeuge oder Jagdtrophäen“, heißt es in der Frühwarnverordnung.

„In Tschechien und der Slowakei war bereits vor einigen Jahren diese Seuche aufgetreten. In beiden Ländern hat man sie in den Griff bekommen“, zeigt Strasser auf. In Tschechien habe man die Kernzonen komplett gesperrt, in der Slowakei wurden die Wildschweine in den Sperrgebieten sogar von Soldaten bejagt. Der Bezirksjägermeister hat auch ein negatives Beispiel: „In Ungarn verenden derzeit an die 50 Prozent der Wildschweine an der Afrikanischen Schweinepest, Tendenz steigend.“