Tipp vom Richter: Nicht besoffen fahren. 560 Euro Strafe setzte es für einen Autolenker, der mit 1,5 Promille ein Auto gerammt hatte und nach Hause ging.

Von Karin Pollak. Erstellt am 20. Februar 2020 (16:09)
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Im Juni des Vorjahres krachte ein heute 39-Jähriger mit seinem Auto in den Wagen einer Gmünderin. Laut Polizei hatte er 1,5 Promille Alkohol im Blut. Nach dem Unfall marschierte er einfach heim.

Für diesen Unfall musste sich der Mann nun vor Gericht verantworten. Sein Verteidiger stellte anfangs klar, dass der Lenker den Schaden des Opfers, das eine Zerrung der Halswirbelsäule erlitten hatte, mit einer Zahlung – von 1.900 Euro bzw. 3.000 Euro war die Rede – gutgemacht habe. Er bat um eine Diversion.

Dieser Bitte konnte der Richter nicht nachkommen: „Sie haben das Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung begangen. Eine Diversion kann ich nicht verantworten, wenn sie mit 1,5 Promille fahren und nach dem Unfall wegrennen.“ Für den Unfalllenker setzte es eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je sieben Euro plus die Verfahrenskosten. Dass der 39-Jährige auch die Freundin der Gmünderin, die mit ihrem Auto hinter dem Unfallopfer gefahren ist, gefährdet haben soll, fand der Richter nicht, daher gab es dazu einen Freispruch. „Sie sollten nicht mehr besoffen fahren“, riet der Richter dem Angeklagten.