30 Gebäude wild im Grünen „gewachsen“: Abriss droht. Besitzer von etwa 30 Gebäuden in Amaliendorf- Aalfang müssen „Rechtssicherheit“ schaffen – sonst droht der Abriss.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 10. Mai 2017 (05:00)
Bastler und Heimwerker, die ihr Refugium vielleicht irgendwann erweitert haben, stehen vor einer Herausforderung.
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Das Bestreben der Gemeindeführung, die Nutzungs-Möglichkeiten der Flächen in Amaliendorf-Aalfang für die Zukunft zu definieren, hat ungewollt eine Menge Staub aufgewirbelt: Luftbild-Aufnahmen zur Erstellung des neuen Landschafts-Konzeptes brachten ans Tageslicht, dass etliche Gebäude „wild“ im Grünland errichtet wurden – also rechtlich gar nicht stehen dürften. Die Fälle reichen teilweise auch schon mehr als 20 Jahre zurück.

Frist bis Jahresende

Bürgermeister Gerald Schindl (SPÖ) bestätigt die Angelegenheit gegenüber der NÖN. Er spricht von immerhin etwa 30 betroffenen Parzellen – bei etwa 600 gemeldeten Gebäuden im Gemeindegebiet. Mit der Sache ist nicht zu Spaßen: Tolerierte Schwarzbauten brachten zuletzt den Zwettler Stadtchef Prinz vor Gericht – und vor ihm den Großpertholzer Altbürgermeister Artner, der dafür wie berichtet sogar eine rechtskräftige Verurteilung ausfasste.

So weit soll es diesmal nicht kommen, betont Schindl, zugleich Amtsleiter der 1.120-Seelen-Gemeinde. „Das Land NÖ kommt uns sehr entgegen, hat uns eine Frist bis Jahresende eingeräumt. Bis dahin müssen die Eigentümer der betroffenen Grundstücke einsehen, dass es notwendig ist, die Angelegenheit in eine rechtssichere Lage zu bringen“, sagt der Bürgermeister. Diese Rechtssicherheit könne in vielen Fällen bereits durch Parzellen-Zusammenlegungen erreicht werden, betont Schindl – nach Gesprächen mit betroffenen Eigentümern zeigt er sich zuversichtlich bezüglich gütlichen Lösungen.

„Wurde sicher im guten Glauben gehandelt“

Kommen diese in einzelnen Fällen nicht zustande, so bleibt ihm nur die Möglichkeit, Abrissbescheide auszustellen.

An sich unterstellt Schindl den betroffenen Gemeindebürgern „nichts Böswilliges, es wurde sicher im guten Glauben gehandelt. Da stand vielleicht einmal an einer von der Straße schwer einsehbaren Stelle ein Bienenstock, irgendwann kam vielleicht ein Hühnerstall und später noch ein Grillplatz dazu.“ Was zudem früher teils noch der Bauordnung entsprochen habe oder nach der Interpretation von Sachverständigen erlaubt gewesen sei, das brauche heute mitunter einen neuen rechtlichen Rahmen.

Nötige Adaptierungen sollen gleich in die Überarbeitung des Landschafts-Konzeptes einfließen. Letzteres ist Teil des Flächenwidmungsplanes und legt unter anderem erhaltenswerte Landschaftsstrukturen, Grünelemente oder Bebauungsgrenzen fest. Dabei soll Wert auf den Erhalt des typischen Streusiedlungs-Charakters des Gemeindegebietes gelegt werden, wie Bürgermeister Schindl festhält.

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