Schilf: Viel Arbeit und hohe Kosten. Wohin mit dem Schilf vom Gaisbachteich? Bürgermeister sucht Lösungen.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 12. April 2021 (05:28)
Das Schilf im hinteren Bereich des Gaisbachteichs macht der Gemeinde Sorgen.
F. Dangl, F. Dangl

Was von außen nach wunderschöner Natur und typischer Waldviertler Wasserlandschaft aussieht, versteckt ungeahnte Sorgen. Und die beschäftigen die Gemeinde aktuell. Die Rede ist vom Gaisbachteich – und ganz besonders von seinem Schilf.

Kostspielige Schilfentfernung. Seit 2012 ist die Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang die Pächterin des Teiches, wie SPÖ-Bürgermeister Gerald Schindl erklärt. Das Gebiet sei besonders im Sommer sehr beliebt. Der Pachtvertrag bringt freilich auch Verpflichtungen mit sich. Eine davon ist die Entsorgung des jährlichen Schilfzuwachses. „Das hört sich einfach an“, sagt Schindl. Das klingt nach einem „Aber“. Und das gibt es: Werde das Schilf nur abgeschnitten, wachse es noch stärker nach.

Deshalb wird es gleich ganz ausgegraben. Da ist noch ein „Aber“: Die Gemeinde müsse mit entsprechenden Geräten auffahren, die Entfernung sei nur bei gefrorenem Boden möglich. Das Zeitfenster dafür ist entsprechend kurz. Den finanziellen Aufwand beziffert Schindl mit rund 13.000 Euro jährlich.

Wohin mit dem Schlamm? Das Schilf aus dem Teich rauszuholen ist aber nur ein Teil des Problems. Denn: „Diesen Schlamm muss man auch irgendwo unterbringen und das ist gar nicht so einfach“, bedauert Schindl. Die Gemeinde habe schließlich Landwirte gefunden, die den Schlamm übernehmen. Das nächste „Aber“: Zwischenzeitlich war unklar, ob diese Flächen bei der Wasserrechtsbehörde durchgehen. „Wir haben das schnell in den Griff bekommen und die Flächen haben gepasst. Aber dieses Dilemma jährlich tue ich mir nicht an“, sagt er.

Die Lösung? Eine Möglichkeit sieht Schindl in der Kündigung des Pachtvertrages mit Jahresende. Im Gemeinderat ist er damit auf Zustimmung gestoßen, die Vorbereitungen dazu wurden getroffen. Bevor es wirklich zur Vertragsauflösung kommt, will er das Gespräch mit dem Eigentümer suchen – und bestenfalls einen Kompromiss zur Schilfentfernung finden: „Vielleicht findet sich ein Weg, dass wir auf gleich kommen.“

Dass die Schilfentsorgung Teil des Vertrages ist, sei bekannt gewesen, das Ausmaß des Aufwandes erst später klar geworden: „Wir hatten auf einmal einen Haufen Schilf und wussten nicht wohin damit. Wir wären ansonsten gerne bereit, die Betreuung des Teiches weiterhin zu übernehmen.“ Weitere Arbeiten und Kosten, die mit der Pacht verbunden sind, seien ohnehin kein Problem.