Für Mehr Sicherheit: 30er-Zonen gegen Raser. Gemeinde wehrt sich mit Tempo-30-Zonen gegen Raser auf schmalen Gemeindestraßen. Bürgermeister Schindl: „Manche glauben, sie sind auf der Südost-Tangente!“

Von Markus Lohninger. Erstellt am 22. Juli 2017 (02:45)
Der Spaß soll für Verkehrs-Rüpel bald ein Ende haben.
shutterbox.com/Evgeniy Kalinovskiy

Mit einer ungewöhnlichen Aktion will die Führung von Amaliendorf-Aalfang ein ungewöhnliches Problem lösen: Vier zunehmend als Durchzugsstraßen in Mode gekommene Gemeindestraßen werden per einstimmigem Gemeinderats-Beschluss in Tempo-30-Zonen umgewandelt.

Konkret davon betroffen sind die aus Richtung Heidenreichstein nach Amaliendorf führende Oberaalfanger Straße, die zwei verstärkt als flotte Abschneider der Hauptstraße genutzten Straßenzüge Langestraße und Mittelstraße sowie die Teichgasse als deren Verbindung. Vor allem Arbeits-Einpendler aus dem Waidhofner Bezirk würden hier am Weg nach Gmünd durchrasen, klagt SPÖ-Bürgermeister Gerald Schindl: „Das Verständnis mancher Verkehrsteilnehmer fehlt leider. Die glauben, sie sind auf der Südost-Tangente!“ Auch Navi-Geräte würden, so Schindl, eine Mitschuld tragen, indem sie diese schmalen Straßen als kürzeste Verbindungen empfehlen.

Nach laufenden Beschwerden aus der Bevölkerung über im Straßenverkehr getötete Vierbeiner und Sorgen um die Sicherheit der Kinder wurde im Gemeinderat bereits mehrmals über Lösungen beraten. Schindl: „Radarboxen sind allerdings für kleine Gemeinden nicht finanzierbar. Daher wollen wir die Verkehrssicherheit nun durch ‚Zonen mit km 30‘ wiederherstellen und hoffen, dass im guten Einvernehmen mit dem Polizeiposten Schrems zu den ‚Raserzeiten‘ entsprechende Kontrollen durchgeführt werden.“

Die Verkehrstafeln sind bereits bestellt und sollen in den nächsten Tagen montiert werden.