Pächtersuche startet: Aus für das Tennisstüberl

Personalmangel und Wochentags-Flaute bedeuten Aus für Gemeindebetrieb in Amaliendorf.

Anna  Hohenbichler
Anna Hohenbichler Erstellt am 14. Oktober 2021 | 11:58
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„Wir haben geschlossen“ heißt es ab 15. Oktober wieder im Tennisstüberl in Amaliendorf. Bürgermeister hofft doch noch auf einen Pächter.
Foto: Franz Dangl

Es hatte nach einem Happy End ausgesehen, als das Team im Tennisstüberl rund um Geschäftsführerin Karina Hinterhoger vor nicht ganz einem Jahr vorgestellt und etliche Investitionen in die Infrastruktur des Lokals angekündigt wurden. Nun ist doch alles anders: Mit 15. Oktober schließt das Tennisstüberl. Damit steht nicht nur das Gasthaus, sondern auch der dahinter stehende Versuch, es als Gemeindebetrieb zu führen, vor dem Aus.

Kurzer Rückblick

Nach der Pensionierung von Gerhard Polt ist das Pachtverhältnis zwischen der Gemeinde Amaliendorf-Aalfang als Eigentümerin und der Wirtsfamilie Polt mit Jahresende 2020 ausgelaufen. Die zuvor gestartete Pächtersuche blieb erfolglos. Die Gemeinde kündigte im vergangenen Herbst an, das Tennisstüberl künftig als Gemeindebetrieb führen zu wollen. Mit Jahresbeginn stand das Team fest, Bürgermeister Gerald Schindl (SPÖ) sprach von größeren Umbaumaßnahmen – vor allem zur Barrierefreiheit.

„Anscheinend unmöglich, jemanden zu finden“

Der Start zu Jahresbeginn war ob des Gastro-Lockdowns nur mit Auskochen freilich schwierig, auch danach sei das Geschäft wochentags nicht richtig angelaufen, sagt Schindl nun: „Es wurde am Wochenende gut angenommen. Die Küche hat gepasst, das Team war engagiert. Aber das konnte die Flaute unter der Woche nicht ausgleichen.“ Dazu sei der Wunsch nach beruflicher Veränderung bei zwei Mitarbeitern gekommen. „Ich suche seit zwei Monaten nach einem Koch. Aber es ist anscheinend unmöglich, jemanden zu finden, der in der Gastronomie arbeiten möchte. Es ist für mich unverständlich, wir hätten guten Verdienst angeboten“, sagt Schindl.

Flaute im Lokal: „Ist schließlich Steuergeld“

Die wirtschaftliche Situation des Tennisstüberls als Gemeindebetrieb habe ihm schlaflose Nächte bereitet: „Ich hätte das so nicht mehr verantworten können.“ In der Vorwoche traf deshalb der Gemeinderat zusammen – und der habe sich, wie Bürgermeister Gerald Schindl erklärt, einstimmig dafür ausgesprochen, dass im Lokal künftig nur mehr über ein Pachtverhältnis gearbeitet werden kann. „Es ist sonst nicht finanzierbar. Wir reden schließlich von öffentlichen Steuergeldern, mit denen man sorgsam umgehen muss“, betont er.

Die Gemeinde begibt sich erneut auf Pächtersuche: „Für ein Ehepaar, das gemeinsam in der Gastronomie tätig ist, wäre das eine gute Möglichkeit, sich eine Zukunft aufzubauen.“ Für die Gemeinde als auch für Pächter könne das eine „Win-Win-Situation“ sein, meint Schindl. Die angekündigten Umbauarbeiten wurden bisher noch nicht umgesetzt. Die Pächtersuche steht nun wieder im Vordergrund. Die Hoffnung auf ein wirkliches Happy End fürs Tennisstüberl hat Schindl noch nicht aufgegeben.