Engpass bei Gurgeltest-Automat: Land will nachjustieren

Am Tag, als in Schrems (Bezirk Gmünd) die PCR-Gurgeltests erstmals aus dem Automaten kamen und schon in den frühen Morgenstunden aus waren, machte sich Gesundheitslandesrätin Königsberger-Ludwig selbst ein Bild von der Lage. Ihr Fazit: „Es wird auch andere Lösungen brauchen.“

Markus Lohninger
Markus Lohninger Erstellt am 24. September 2021 | 21:37
PCR Gurgeltest Schrems
Beim frisch befüllten PCR-Gurgeltest-Automaten am Freitagnachmittag in Schrems: SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Thomas Miksch, Vizebürgermeister Peter Müller, Gesundheits-Stadträtin Gabriele Beer, Testbezieher Johann Dürnitzhofer aus Groß Gerungs, Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Testbezieher Christoph Schrenk aus Litschau sowie Bürgermeister Karl Harrer (von links nach rechts). 
Foto: Markus Lohninger

Die Situation ist durchaus verzwickt. Antigentests sind nur noch 24 Stunden gültig. Wer nicht gegen Covid geimpft ist und zum Beispiel im kundennahen Dienstleistungsbereich tätig ist, der hat ein Problem. Der PCR-Test auch aus dem Automaten hilft da ein wenig, er weist ein 72 Stunden ab Testabnahme gültiges Ergebnis aus. Dementsprechend zog der Automat bei der Avanti-Tankstelle in Schrems am 24. September schon in den Morgenstunden Menschen aus allen Teilen des Waldviertels an – nach kurzer Zeit waren sämtliche 200 Gratis-Testkits vergeben.
Via NÖN.at wurde kurzfristig eine Neubefüllung für 16.30 Uhr angekündigt, schon eine Viertelstunde vorher hatte sich eine mehr als 30-köpfige Warteschlange gebildet. Der Servicemitarbeiter vergab die Kits in der Not gleich direkt, ehe er den Automaten befüllen konnte.

Daheim gehortete Tests als Problem: Nur noch zwei Testkits pro Person
„Es wird auch andere Lösungen zum Gurgeln brauchen. Wir arbeiten daran“, sagte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), die sich kurz darauf im Rahmen eines Waldviertel-Besuches vor Ort ein Bild machte. Der Schremser SPÖ-Bürgermeister Karl Harrer signalisierte auch hier Bereitschaft, in der Granitstadt unterstützend mitzuwirken. 

23 Gurgeltest-Automaten stehen in Niederösterreich bereits. Die große Herausforderung sei im Flächenbundesland aber die Logistik, so Königsberger-Ludwig: Durch weite Wege in Labors verstreiche eben wertvolle Zeit. Wer in Schrems bis 15 Uhr seinen Test abgibt, soll fix bis zum nächsten Tag ein Ergebnis am Handy haben.
Was der Landesrätin aber genauso Kopfzerbrechen bereitet: Von den ersten 20.000 kostenlos aus Automaten bezogenen PCR-Tests kam ihr zufolge gerade einmal ein Drittel zurück.

Effizienz sieht freilich anders aus. Auch deshalb wurde die maximale Bezugsmenge pro Person aus dem Automaten am Freitag von davor fünf auf nun zwei Testkits reduziert. Bloß: Die Kontrolle, ob das auch wirklich eingehalten wird, ist schwer möglich.

Köingsberger-Ludwig: Tests auch bei Apothekern und Ärzten, "aber das Wichtigste wäre das Impfen"

Königsberger-Ludwig macht daher darauf aufmerksam, dass kostenlose PCR-Tests für Menschen ohne Symptome auch bei Apotheken und niedergelassenen Ärzten möglich sind. Und vor allem: „Testen ist das Eine… und es bringt eine Momentaufnahme. Das Wichtigste wäre das Impfen. Das ist mittlerweile fast überall möglich.“
So hatte die Landesrätin am Freitag in Schrems vor ihrem Tankstellen-Besuch auch die im Zuge der Waldviertler Jobmesse eingerichtete Impfstraße bei der Stadthalle aufgesucht. Dort waren zu der Zeit bereits deutlich über 100 Spritzen mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer aufgezogen worden, am Samstag kann noch einmal unkompliziert und ohne Voranmeldung vorbeigeschaut werden (9-15 Uhr).

Hier sind kostenlose PCR-Tests für Menschen ohne Covid-Symptome möglich:
https://bit.ly/2XKBLxx (Ärzte)
bzw.
https://bit.ly/2XKqFIS (Apotheken)