Millionenprojekt an B41 in Weitra läuft an. Expansionskurs bei Kunststoff-Spezialist Asma erzwingt 7 Millionen Euro teuren Zubau. Start am 19. August.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 14. August 2019 (06:05)
privat
Besprechung zur Erweiterung bei Asma: Erich Müller, Ferdinand Klopf (Lager, Warenübernahme), Christian Angel (Instandhaltung), Betriebsleiter Markus Wiesmeier, die Geschäftsführer Claudia Steininger und Thomas Brandeis, Manfred Fölk (Instandhaltung), Projektleiter Gerhard Steininger, Sicherheits-Beauftragter Günter Braun.

Ungewohnt rege Bautätigkeit prägt Weitra im laufenden Sommer: 3,5 Millionen Euro fließen in die Modernisierung der Brauerei, der Wohnbau in der Bergzeile schreitet voran, der Billa-Markt wird neu errichtet, und fast vis-à-vis soll am 19. August der Start für das teuerste Projekt in der Stadt seit Jahren fallen. Kunststoff-Spezialist Asma, mit etwa 140 Beschäftigten der wichtigste Arbeitgeber in Weitra, investiert sieben Millionen Euro in einen umfassenden Ausbau am Firmensitz.

„Große gemeinsame Lösung“. Firmen-Inhaberin Claudia Steininger blickt auf ein seit bald 40 Jahren stetes Wachstum der „Kunststofftechnik pur asma gmbh“ zurück – vom 1-Mann-Betrieb auf mehr als 135 Mitarbeiter, von 40 m 2 Fläche auf nun 8.000 m 2 in Weitra und 1.200 m 2 in Wultschau. Räumliche Engpässe sind dennoch seit Jahren treue Wegbegleiter. Auch deshalb habe man sich nun, wie Geschäftsführer Thomas Brandeis sagt, zur „großen gemeinsamen Lösung“ durchgerungen: Diese umfasst dringend benötigte zusätzliche Produktions-, Lager- und Büroflächen genauso wie Aspekte der Energieeffizienz, Logistik oder ein neues Verkehrssystem für das Areal – inklusive komplett neuer Werkszufahrt und großer Parkfläche.

Weiterer Ausbau? Kein Problem! Als Generalplanerin wurde die auf Kunststoff spezialisierte Firma Peneder aus Oberösterreich gewonnen. Diese nahm zum Start eine Produktivitäts-Analyse vor und erhob gemeinsam mit dem Asma-Projektteam den künftigen Bedarf hinsichtlich Maschinen und Flächen. Daraus wurde ein Masterplan entwickelt, der auch Optionen für allfällige Erweiterungen in ferner Zukunft ermöglicht.

Direkt an der B41 wurden voriges Wochenende einzelne Bäume gefällt, um Platz für ein repräsentatives neues Betriebsgebäude zu schaffen. Über 4.000 m 2 zusätzliche Nutzfläche sollen um den bereits generalsanierten Gebäudebestand neu entstehen – drei Viertel davon betreffen eine zweistöckige Produktionshalle mit breiter Glasfront hin zur Straße, dazu kommen 700 m 2 Lager und 300 m 2 Haustechnik.

Peneder
Altbestand und Zubau: So soll das Betriebsgelände Ende des kommenden Jahres aussehen.

Dabei wird von der Straße nur das Obergeschoß zu sehen sein, die untere Etage wird in den Hang gegraben. Das Aushubmaterial wird rückseitig zum Ausgleich des Gefälles entlang der B41 in Richtung Gmünd angeschüttet, die bestehende Parkfläche wird hier auf etwa 190 Stellplätze fast verdreifacht. Geplante Arbeiten im Außenbereich betreffen auch die Schaffung zweier Sickerbecken sowie die Grabung einer Rohrverbindung für Regenwässer den Hang hinab bis zur Bushütte bei Brühl.

Von Gemeinde und Behörden sei man im Vorfeld positiv begleitet worden, dankt Brandeis.

Gemeinsame neue Kreuzung mit Billa. Hohes Augenmerk wird auf das Thema Effizienz gelegt, dabei geht es nicht nur um Energieeinsparungs-Potenziale durch die Gebäudetechnik. Durch teilweises Umgruppieren des Maschinenparks auch auf den neuen Flächen und verbesserte Logistik sollen Abläufe optimiert werden. Verbessern soll sich auch die Zu- und Abfahrts-Situation, dafür wird die Werkseinfahrt von der B41 in Richtung Billa versetzt und eine gemeinsame, große Kreuzung gebaut.

Das Ziel: Fertigstellung noch 2020. Der offizielle Spatenstich findet im September statt, noch heuer soll das erste Geschoß der neuen Produktionshalle baulich mit der Decke abgeschlossen werden. Die Errichtung des Obergeschoßes wird für kommendes Jahr anvisiert, die Fertigstellung ist für November 2020 geplant.