Auch am Höhepunkt: ÖVP Gmünd hält an Koalition fest. In der Stunde des Triumphes steht die Gmünder Volkspartei zu ihren vor fünf Jahren eingegangenen Partnerschaften: Obwohl sie dank ihrer haushohen Mandats-Mehrheit keinen Partner mehr bräuchte, will sie die 2015 gebildete Koalition fortsetzen - mit Hubert Hauer (AfG) als Vizebürgermeister und Benjamin Zeilinger (FPÖ) als Stadtrat auf einem VP-Ticket. Bei der SPÖ stellt indes Spitzenkandidat Thomas Miksch seine Führungsfunktion zur Disposition.

Von Markus Lohninger. Update am 26. Januar 2020 (23:31)
Jubel im Team von Helga Rosenmayer
Markus Lohninger

Die nicht von allen Seiten erwartete Zusage einer Fortsetzung der VP/AfG/FP-Koalition gaben Bürgermeisterin Helga Rosenmayer und Parteiobmann Martin Preis bereits kurz nach Bekanntwerden des fulminanten Wahlergebnisses mit einem historischen Plus von 16,4 Prozentpunkten auf nun 59,3. "Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen", so Rosenmayer zur NÖN. Und Preis: "Wir haben mit Benjamin und Hubert in den vergangenen fünf Jahren sehr gut zusammengearbeitet. Für uns steht außer Diskussion, dass wir an dieser Zusammenarbeit auch künftig festhalten wollen."

Rosenmayer: "Ergebnis zuerst nicht realisieren können..."

Helga Rosenmayer, die in der vollbesetzten Bezirksparteizentrale mit tosendem Applaus empfangen wurde, spricht von "sehr emotionalen ersten Momenten" nach Auszählung der Stimmen: "Unser Ziel war es, erstmals Erster zu werden. Ich bin irrsinnig dankbar dafür, dass das gleich in einer solchen Dimension gelungen ist - habe das Ergebnis zuerst gar nicht realisieren können." Der Weg der Zusammenarbeit, der Wertschätzung und des respektvollen Umganges mit allen Teilen der Bevölkerung sei honoriert worden, so Rosenmayer weiter. 

Applaus kam nicht nur von Bezirkspartei-Obfrau Martina Diesner-Wais ("ein höchst positiver Wahlsonntag"), sondern auch von Landesrat Ludwig Schleritzko: "Helga Rosenmayer und ihr Team haben in den letzten Jahren hart und vor allem erfolgreich für Gmünd gearbeitet und konnten damit die Wählerinnen und Wähler überzeugen." Rosenmayer habe eine "spürbare Veränderung in der Bezirkshauptstadt ermöglicht. Ich freue mich für sie persönlich und vor allem auf die weitere Zusammenarbeit für eine prosperierende Zukunft des Waldviertels".

Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner war unter den ersten Gratulanten. Das Ergebnis zeige, dass man miteinander mehr erreichen könne, so Mikl-Leitner: Rosenmayer habe fünf Jahre lang auf Partnerschaft gesetzt, „mit allen Parteien und mit dem Land“.

SP-Antoni möchte, dass Miksch bleibt

Im Lager der SPÖ nimmt Spitzenkandidat Thomas Miksch das mit einem Minus von 15 Prozentpunkten und mehr als einem Drittel der Mandate historisch schlechteste Ergebnis enttäuscht zur Kenntnis. Es sei klar gewesen, dass man ohne den Bürgermeister-Bonus selbst als stärkste Kraft keinen leichten Stand mehr habe, so Miksch. Aber: "Mit einem derartigen Ergebnis war einfach nicht zu rechnen." Nach dem Gang in die Opposition im Frühjahr 2015 habe es lange gedauert, bis die Fraktion wieder in Schwung gekommen sei. "In den vergangenen Monaten hat es wieder zu Laufen begonnen - wahrscheinlich aber zu spät", bilanziert er. 

Seine Führungsposition stehe zur Disposition, sagt Thomas Miksch: "Aber ich werde mich auch weiterhin der Verantwortung stellen, wenn das von unseren Mitgliedern gewünscht wird." Bezirkspartei-Vorsitzender Konrad Antoni möchte jedenfalls gerne an Miksch festhalten, das Ergebnis habe nichts mit der Person des Spitzenkandidaten an sich zu tun. "Die Mannschaft hat unter Thomas in einer schwierigen Phase wieder zu einem Team zusammengefunden, er hat den Karren gezogen", betont Antoni.

Die Zusammensetzung des künftigen SP-Gemeinderatsteams ist zum aktuellen Stand noch komplett offen, die Entscheidungen sollen in den nächsten Tagen in den einzelnen Gremien gefällt werden.

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