Täterjagd ab jetzt in Melk. Oswin Huber erklimmt nächste Sprosse auf Karriereleiter: Er wurde Bezirkspolizeikommandant in Melk.

Von Markus Glück und Karin Pollak. Erstellt am 01. Oktober 2019 (13:46)
Glück
Oswin Huber ist der neue Bezirkspolizeikommandant in Melk.

Der Thaureser Oswin Huber ist neuer Bezirkspolizeikommandant in Melk.

Huber ist trotz seines Karriereweges in der Ferne immer noch eng mit der Heimat verbunden. „Ich habe hier meinen land-, forst- und teichwirtschaftlichen Betrieb, bin von der Bezirkshauptmannschaft Gmünd vereidigtes Forstschutzorgan, vertrete als dienstältestes Mitglied des Jagdausschusses die Waldbesitzer in der Genossenschaftsjagd“, so Huber, der auch Mitglied der Feuerwehr Thaures ist. Er war Abschnittssachbearbeiter für Schadstoffe, in Thaures Gruppenkommandant und Kommandant-Stellvertreter.

„Schade ist, dass ich auch keine Zeit mehr für mein spezielles Hobby, dem Züchten von Riesenmammutbäumen, habe.“ Oswin Huber

„Durch den Aufstieg in der Karriereleiter wurde die Zeit immer knapper, sodass ich die Funktionen aus Zeitgründen nicht mehr ausüben kann“, sagt Huber der NÖN. Zeitmangel auch deshalb, da er weitere Ausbildungen für die Arbeit als Polizeioffizier absolvierte. Das Studium „Migrationsmanagement“ an der theologischen Fakultät der Uni Salzburg schloss er mit dem Master-Titel ab, danach absolvierte er an der Fachhochschule Wiener Neustadt das sozialwissenschaftliche Studium „Polizeiliche Führung“. Erst Ende August nahm er dafür den „Bachelor“ in Empfang.

„Schade ist, dass ich auch keine Zeit mehr für mein spezielles Hobby, dem Züchten von Riesenmammutbäumen, habe“, meinte Huber, der trotz vieler Stationen während seiner bisherigen Berufslaufbahn noch nie im Bezirk Gmünd tätig war. So fungierte er im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen zur Schengenerweiterung im übergeordneten NÖ Straßennetz als Offizier bei der Landesverkehrsabteilung in St Pölten, war zuletzt im Bezirk Baden eingesetzt, wo das Erstaufnahmezentrum für Asylwerber in Traiskirchen ein Schwerpunkt der Arbeit war. „Zweite Spezialität in diesem Bezirk war Seibersdorf, wo meine Expertise als Strahlenspürer mit Leistungsabzeichen in Silber gefragt war.“ Danach ging es zum Landeskriminalamt, wo er unter anderem in der Mordkommission sowie bei Betrug und Wirtschaftskriminalität tätig war.

Nach Stationen als Stellvertreter in Melk und Amstetten war Huber zuletzt im Bezirk Baden als Stellvertreter und Kriminaldienstreferent im Einsatz.

Die Polizeikarriere von Huber war bisher auch geprägt von großen Herausforderungen. So war er während der Flüchtlingswelle 2015 für das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen zuständig, war Teil des Teams bei der Jagd nach „Pumpgun Ronny“ und im Einsatz beim Fall des Wilderers Alois Huber. Am einschneidendsten war für ihn aber die Causa Fritzl. „Damals gab es noch keine psychosoziale Betreuung wie heute. Die Verarbeitung verlief im Gespräch mit Kollegen“, erinnert sich Oswin Huber.