Skikurs ist im Bezirk Gmünd seit 1967 Sitte. Keine Rede davon: Es geht ja auch um Gemeinschaft – und das seit Jahren.

Von Karin Pollak und Anna Hohenbichler. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:00)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Auch in Zeiten ohne Marcel Hirscher steht das Skifahren hoch im Kurs von Kindern und Jugendlichen im Bezirk: Nach wie vor geht es mit den Klassenkameraden zum Schulskikurs.

Im Gmünder Schulzentrum gibt es nach jahrelanger Pause heuer wieder einen Schulskikurs. Organisiert wird dieser von Christoph Vogl. „Heuer sind in drei Klassen die erforderlichen 70 Prozent bei den Anmeldungen erreicht worden. Somit geht es im März nach Altenmarkt“, freut sich Vogl. Dafür ausgebildete Lehrer gebe es am Schulzentrum ausreichend, die erarbeiten jetzt das Rund-Um-Programm.

"Die 70-Prozent-Marke an Teilnehmern kommt zusammen"

Anders sieht es im Gmünder Gymnasium aus. Hier werde, so Direktor Günter Czetina, seit Jahren ein Skikurs durchgeführt. „Auch wenn die türkischstämmigen Schüler nicht Skifahren wollen, kommt die geforderte 70-Prozent-Marke an Teilnehmern in einer Klasse zusammen.“ Diese würden auch Gemeinschaft erleben und mit Heimweh umgehen lernen.

Für Direktor Andreas Tomaschek sind Skikurse absolut wichtig.
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Die allererste Schule im Bezirk Gmünd, die einen Skikurs angeboten hat und das heute noch tut, ist die neue Sportmittelschule Gmünd. „1967 gab es den ersten einwöchigen Skikurs. Seither gab es keine einzige Unterbrechung“, zeigt Direktor Andreas Tomaschek auf.

Die Teilnehmerzahl zwischen 60 und 80 Schülern aus den zweiten und dritten Klassen sei ungebrochen groß. „Eine lange Tradition geht aber heuer zu Ende. Unsere langjährige Unterkunft beim Hochkar wird umgebaut. In Wagrain fanden wir ein neues Quartier.“

Christoph Vogl organisiert wieder einen Skikurs für das Gmünder Schulzentrum.
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Leider mussten die Skikurs-Kosten dadurch auf knapp 400 Euro erhöht werden. „Aber für Kinder aus sozialschwächeren Familien gibt es Unterstützung.“ Auch heuer gibt es im Vorfeld des Skikurses „Skitage“ in der Region. Diese „Skitage“ sind für die Arra-Lift-GmbH in Harmanschlag eine Zusatz-Einnahmequelle, so Geschäftsführer Peter Weinberger.

Das Interesse am Skikurs „vor der Haustür“ sei seit drei Jahren enorm gestiegen. „Das liegt vermutlich an den jungen Lehrern, die den Kindern das Skifahren beibringen wollen“, so Weinberger. Nach 30-jähriger Pause gebe es auch wieder die Schulskimeisterschaften mit rund 200 Teilnehmern.

Schulskikurs ist ein wesentlicher Punkt

Mit Schüler-Skitagen hat auch Wolfgang Landl von den Aichelbergliften in Karlstift öfter zu tun: „Aber die niederösterreichischen Skigebiete bieten anscheinend zu wenig. Die Schulen weichen auf die großen Gebiete in Salzburg oder Tirol aus.“

Jakob Haumer, Schulsprecher am Gmünder Gymnasium, ist überzeugt, dass der Skikurs ein wesentlicher Punkt im Schul leben ist, denn: „Die Schüler lernen zwischenmenschliche Fähigkeiten.“

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