Neue Wege für die Taxler im Bezirk Gmünd. Ab 2021 werden Taxi- und Mietwagenunternehmer durch den „Taxilenkerausweis“ gleichgestellt.

Von Karin Pollak. Erstellt am 26. Oktober 2020 (06:14)
Reinhard Bauer aus Altweitra hat ein Mietwagenunternehmen. Mit seinen Mitarbeitern trat er zur Taxilenkerprüfung an. Alle haben bestanden. Im Bild von links: Anton Haumer, Renate Kümmel, Franz Haas, Christine und Reinhard Bauer sowie Sabina und Wolfgang Hackl.
Karin Pollak

Für zahlreiche Mitarbeiter der Mietwagenunternehmer heißt es jetzt „Schulbankdrücken“: Sie brauchen ab nächstem Jahr einen „Taxilenkerausweis“, und dafür ist eine Prüfung notwendig. Wegen Covid wurde das auf eine Online-Version umgestellt.

„Ausgenommen davon sind Schülerbeförderungen“

Beim Wifi in Gmünd fanden nun erstmals Prüfungen zur Erlangung dieses Ausweises statt. „Um als Taxilenker tätig sein zu können, braucht es ab 2021 generell Taxilenkerprüfungen, ausgenommen davon sind Schülerbeförderungen“, erklärt Michael Steinparzer von der Wirtschaftskammer-Fachgruppe für das Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen.

„Damit sollen die Taxi- und Mietwagenunternehmer gleichgestellt und etwaige Probleme, die es etwa bei der Abholung von Gästen bei Festen zwischen den Taxlern und den Mietwagenunternehmern gegeben hat, der Vergangenheit angehören“, betont Steinparzer.

Für die Kammer sei es dabei wichtig, erforderliche Prüfungen so effektiv wie möglich zu gestalten. Dazu werden über das Wifi digitale Vorbereitungskurse angeboten. Die Prüfungstermine seien für alle zukünftigen Taxilenker offen. „Der Bedarf ist gegeben. Alleine in Gmünd haben rund 70 Personen von 15 Firmen aus dem gesamten Waldviertel teilgenommen“, betont er. Im nördlichen Waldviertel gibt es insgesamt 70 Mietwagenunternehmer.

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Vorteile durch Änderung der Gewerbeordnung

„Einige haben die Prüfung schon in St. Pölten oder an einem anderen Wifi-Standort abgelegt oder brauchen sie nicht, weil sie nur Schüler transportieren“, so Steinparzer.

Gäste, die sich ab Jänner einen geprüften Taxilenker eines Mietwagenunternehmens für eine Fahrt ordern, haben durch diese Änderung der Gewerbeordnung Vorteile. „Bei diesen Lenkern wird nämlich auch über die Behörde ihre Vertrauenswürdigkeit geprüft“, zeigt Steinparzer auf.

Sie seien außerdem im Verkehrsgewerberecht, in der Verrechnung, im Arbeits- und Verkehrsrecht sowie in der Orientierung ausgebildet und haben Ortskenntnisse – das müssen sie bei der Taxilenkerprüfung auch unter Beweis stellen.

Ein Mietwagenunternehmer, der mit sieben seiner Mitarbeiter zur Prüfung in Gmünd angetreten ist, ist Reinhard Bauer aus Altweitra. „Jetzt hat alles seine Richtigkeit und wir können weiterhin Taxifahrten durchführen. Das ist durchaus ein weiteres Standbein im Unternehmen“, betont Bauer, der selbst als Konzessionsinhaber zwölf Fragen bei der Prüfung zu beantworten hatte. Für seine Mitarbeiter gab es 38 – alle haben bestanden.