Neun Millionen für neues Pelletswerk. In Altweitra wird ein Millionenprojekt errichtet: Die Firma „ypellets.at“ baut im Industriegebiet ein Pelletswerk mit „riesigem Potenzial“.

Von Karin Pollak. Erstellt am 27. Juni 2018 (04:39)
NOEN, Karin Pollak
Im Industriegebiet Altweitra entsteht ein neues, modernes Pelletswerk. Die Firma „ypellets.at“ lud zum Spatenstich: Baumeister David Seidl, Michael Kotyk, Bürgermeister Otmar Kowar, Produktionsleiter Christoph Stöger, Betriebsleiter Stephan Schneider, Vertriebsleiter Andreas Rusch.

Um neun Millionen Euro errichtet die Firma „ypellets.at“ im Industriegebiet Altweitra ein Pelletswerk. Spatenstich dazu war am 21. Juni am letzten noch freien Betriebsgebiet direkt neben dem Betonwerk Seidl und dem Wärmekraftwerk Nawaro.

Laut Geschäftsführer Michael Kotyk von „ypellets.at“ wird dieses Millionenprojekt das „modernste Pelletswerk in Europa“. Die Erfolgsaussichten stehen nicht schlecht: Bereits 2017 nahm das Unternehmen „ypellets.at“ unter Geschäftsführer Michael Kotyk in Gars am Kamp den ersten Produktionsstandort in Betrieb. „Wir sind dort bis Dezember ausverkauft und sehen auch für Altweitra riesiges Potenzial.“

Waldbesitzer können ab Herbst aufatmen

Dabei geht es hier nicht nur um die Produktion von Pellets. Vielmehr geht es dem jungen Unternehmen um innovative Produkte aus dem Rohstoff Holzfaser. Geplant ist auch die Erzeugung von Holz-Kunststoffmischungen, hygienischer Tiereinstreu und Kohle-Carbon für die Medizin. Hauptgeschäft wird aber weiterhin die direkte Pellets-Lieferung an Endkunden mit eigenen Silo-Lkw in der Umgebung sein.

Dadurch profitieren nicht nur Pelletsheizungsbesitzer, von denen es in der Region immer mehr gibt, sondern auch die Waldbesitzer. „Gerade in Zeiten des großen Borkenkäfervorkommens wird es ab Herbst ein Aufatmen für viele Waldbesitzer geben“, kann der künftige Produktionsleiter Christoph Stöger vermelden, denn: „In unserem Werk werden wir bis zu 65.000 Atro-Tonnen Faserholz verarbeiten (reine Holzmasse ohne das darin vorhandene Wasser, Anm. der Redaktion), welches wir ausschließlich aus der Region beziehen und das durch die Borkenkäferschädigung für die Schnittholzindustrie unbrauchbar ist. Wir machen daraus nachhaltigen Brennstoff und forschen nach neuen Produkten für die Zukunft.“

Y-Pellets werden ausschließlich aus nachhaltigem Holz und ohne Sägespäne produziert. Geplant ist eine Jahresproduktionsmenge von 40.000 Tonnen Pellets. Es werden ganze Rundholzstämme angekauft, welche dann entrindet und gehackt werden. Mit dem in der Holzfaser enthaltenem Harz können die Pellets dann gepresst werden. „Bei herkömmlichen Pellets müssen chemische Bindemittel bzw. Mais- oder Erdäpfelstärke als Bindung eingesetzt werden. Das Ergebnis ist eine höhere Heizleistung“, erklärt der Produktionsleiter.

Das Hacken der Baumstämme ist bereits behördlich abgesegnet. „In Gars haben wir bei unserem Pelletswerk eine Lärmschutzwand errichtet, das ist auch in Altweitra geplant“, betont Betriebsleiter Stephan Schneider.

In dem neuen Unternehmen werden auch neue Mitarbeiter gesucht, die ab Herbst aufgenommen und im Stammwerk in Gars eingeschult werden. Bürgermeister Otmar Kowar freut sich natürlich auf neue Arbeitsplätze in seiner Gemeinde: „Bis zum Produktionsstart Ende März 2019 sollen insgesamt zwölf Mitarbeiter im Pelletswerk tätig sein“, verrät der Bürgermeister. Mit dem neuen Pelletswerk im Industriegebiet Altweitra sind nun alle verfügbaren Grundstücke vergeben. „Die Firma Ypellets hat das letzte Areal gekauft bzw. gepachtet“, zeigt David Seidl, Inhaber des Betonwerkes Seidl und Grundstückseigentümer auf. Laut seinen Angaben würde es noch Bedarf an Industriegrundstücken geben. „Ob wir aber das Industriegebiet ausweiten können, ist noch nicht klar. Dazu bräuchten wir einmal neue Grundstücke.“