Friedensvermittler zu Gast in Heidenreichstein. Berliner pausierte bei seiner internationalen Friedenstour mit dem Fahrrad im Bezirk Gmünd und schloss Gastfreundschaft mit dem Heidenreichsteiner Oswald Bräuer.

Von Franz Dangl. Erstellt am 10. September 2017 (03:23)
Franz Dangl
Nach etwa 760 Kilometern noch ziemlich am Anfang einer abenteuerlichen Fahrrad-Tour. Der Berliner Stephan May (links) zu Gast bei Oswald Bräuer in Heidenreichstein.

Ausdauer, Beharrlichkeit und viele Ziele – und dies alles im Dienste der Menschlichkeit: Diese Attribute zeichnen einen Deutschen aus, der am 12. August von seinem Heimatort aus aufbrach, um mit dem Fahrrad für den Frieden an die 29.000 Kilometer innerhalb eines Jahres zu bewältigen und so „nebenbei“ in diversen Ländern an Laufmarathons teilzunehmen.

Und genauso startete Stephan May aus Berlin nach der Teilnahme am „Mauerweglauf“ in der deutschen Hauptstadt, der über 100 Meilen führt, seine Friedenstour mit seinem selbstgebauten „Drahtesel“, um nach einigen Etappen und 760 Kilometern im Bezirk Gmünd eine etwas ausgiebigere Pause einzulegen. Via „Facebook“ hatte der 44-jährige Rettungsassistent den Heidenreichsteiner Oswald Bräuer kennengelernt, der ihn zur Rastpause mit Übernachtungsmöglichkeit in sein Haus einlud.

Ängste und Skepsis sind kein Argument

Nach dieser „Zeit der Regeneration“ startete May am Freitag Richtung Mödling, um dort am „Sittendorfer Berglauf“ teilzunehmen. Danach ist geplant, die Tour über Ungarn und Bulgarien bis in die Türkei fortzusetzen, wo ebenfalls einige Laufveranstaltungen auf den sportlichen Friedensvermittler warten bzw. schon im Vorfeld von ihm organisiert worden waren, um anschließend, so wie einst sein Namensvetter Karl May, durch das „wilde Kurdistan“ zu reisen und den sogenannten Krisengebieten Libanon, Syrien, Irak, Iran oder Afghanistan seine Aufwartung zu machen und dort vor Ort bei diversen Läufen an den Start zu gehen. Dabei nimmt er auch an einem von „Taliban“ organisierten Rennen teil.

Ängste und Skepsis vor seiner Reise sind für den Abenteurer, der auch schon die Sahara laufend durchquert hat, kein Argument, im Gegenteil: „Ich war einige Male im Nahen Osten und habe dort wirkliche Gastfreundschaft genossen. Wenn auch die Bevölkerung nicht viel hat, so ist sie trotzdem gerne bereit, mit dir zu teilen und dich zu beherbergen.“ Auch der Fahrt durch den ehemaligen Ostblock sieht der Sportler gelassen entgegen. „Mir ist auf meinen Reisen dort noch nie etwas abhanden gekommen, auch zum Beispiel für Rumänien gelten punkto Gastfreundschaft dieselben Aussagen wie für die orientalischen Länder. „Ich freue mich auf viele interessante Begegnungen mit Menschen anderer Kulturkreise und möchte mithelfen, Vorurteile und Klischees abzubauen. Schlussendlich soll ja diese Friedenstour auch den Zweck der Völkerverständigkeit erfüllen“, so Stephan May, der nach einem Jahr, genau am 12. August 2018, wieder gesund und wohlbehalten in Berlin eintreffen will.

Interessierte können die Erlebnisse des Ausdauersportlers unter dem Titel „Friedensbewegung ohne Grenzen“ auf Facebook verfolgen.