Hoheneich: Silbernagel startet nächsten Zubau. Steter Expansionskurs erforderte neuerliche Betriebserweiterung: Hoheneicher Metallbau-Profi verschafft sich Platz.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. April 2021 (04:28)
Zum Spatenstich für den Hallen-Zubau der Firma Silbernagel direkt an der B41 schauten Vertreter der Projektpartner sowie Bürgermeister Christian Grümeyer vorbei.
Brigitte Kögler, Brigitte Kögler

Vor den Toren Hoheneichs verkündet eine große neue Baustelle die Kunde eines Geschäftserfolges, der nun eine Betriebserweiterung notwendig macht: Im Bereich zwischen Abfallsammelzentrum und Textilfirma Backhausen entsteht direkt an der B41 eine Produktions- und Lagerhalle der Silbernagel Metalltechnik GmbH. Der Bau ist Teil eines etwa 800.000 Euro schweren Investitionspaketes des in dritter Generation geführten Familienbetriebes.

Weiterentwicklung und Wachstum. „Wir haben einfach immer zu wenig Platz“, schmunzelt Stefan Silbernagel, der gemeinsam mit seiner Schwester Birgit Steindl die Geschäfte führt. Ihr Großvater legte 1952 mit Gründung einer 1-Mann-Schmiede den Grundstein für das Unternehmen, ihr Vater Johann Silbernagel erweiterte das Spektrum nach der Übernahme 1975 um Schlosserei-Arbeiten und den Alubau. Heute beschäftigt Silbernagel bereits 25 Mitarbeiter und deckt einen weiten Bereich zwischen Türen, Fenstern, Stiegen, Dächern, Geländern und Garagentoren aus Alu, Stahl bzw. Edelstahl bis hin zur Schlosserei und dem Handel ab, die Geschäftsführung liegt seit 2013 in den Händen von Stefan Silbernagel und Birgit Steindl.

Letztmöglicher Ausbauschritt am Ausweichplatz an der B41. Am Firmensitz im Hoheneicher Zentrum wurde es schon vor der Jahrtausendwende zu eng, also wurde 1999/2000 an der B41 eine erste externe, 1.000 m 2 große Halle errichtet. 2008 war auch diese zu klein geworden, also wurde hinten ein Hallenzubau angedockt. Jetzt platzt der Metallbauer neuerlich aus allen Nähten, also wird ein weiterer Zubau in L-Form vom hinteren Hallenbereich in Richtung Backhausen-Parkplätze angebaut.

Das Fundament dafür wurde nach dem Baubeginn im Februar geschaffen, am 29. März startete der Hallenbau. Die Ausführung soll etwas höher als in den beiden anderen Abschnitten ausfallen, ein Hallenkran soll darin Platz finden. Für das Dach des Neubaus ist – genauso wie für den Firmensitz im Ort – eine PV-Anlage geplant. Die Fertigstellung wird im Sommer erwartet – danach wird auch in diesem Areal die bebaubare Fläche weitgehend erschöpft sein.

Vielfältiger Bedarf für die Zubaufläche. Der Hallenkomplex wird mit den angelaufenen Maßnahmen auf etwa 2.700 m 2 erweitert. Alles bleibt laut Stefan Silbernagel ein großer Brandabschnitt. Dafür wurde im Bestandsgebäude der Stahlbau verstärkt, umgebaut wurde zudem der Heiz- und Technikraum. Damit die Freifläche überhaupt bebaut werden kann, musste im Vorfeld ein Graben im Bereich unterm künftigen Hallenteil verrohrt und geschlossen werden. Teil des Vorhabens ist auch eine Entschärfung der Verkehrssituation in der Gmünder Straße, wo Lieferanten künftig von einer Seite zufahren und über eine Anbindung an den Backhausen-Parkplatz abfahren können.

Der Bedarf an neuer Fläche ist vielfältig. Birgit Steindl: „Wir möchten die Produktion um zusätzliche Maschinen erweitern, das Sortiment um neue Produkte aufstocken – und neue Optionen etwa zum Zwischenlagern großer Aufträge schaffen.“

Kräftiges Plus bei Privatkunden: Der eigene Garten boomt! Covid-19 habe – abgesehen von einer etwa 30-prozentigen Preissteigerung auf Stahl wegen Engpässen am Markt und einem rückläufigen Geschäft im reinen Handel – keine wirklichen Einschnitte mit sich gebracht, sagt Steindl. Im Gegenteil: Das Privatkunden-Segment habe sogar kräftig angezogen, „Ausbauten im eigenen Garten sind einfach wichtiger geworden“. Terrassendächer, Sommer- und Wintergärten erleben demnach bei Silbernagel ein Plus von etwa einem Drittel.

Was dabei für die Hoheneicher spricht? Ware kommt hier nur insofern von der Stange, als sie individuell aus meist sechs bis sieben Meter langen Systemprofil-Teilen geschnitten und zusammengefügt wird. „Wir gehen vom Zeichnen des Konzeptes anhand der Gegebenheiten vor Ort bis zur Montage sehr flexibel und konkret auf den Kundenbedarf ein“, so Stefan Silbernagel: „Dennoch schaffen wir kurze Lieferzeiten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Das gelte für das vergleichbar kleine private Terrassendach genauso wie etwa für den stattlichen und hoch repräsentativen Wintergarten im Sole-Felsen-Hotel Gmünd, für den einst die Köpfe in Hoheneich rauchten.

Top-Referenzen. Silbernagel ist auf Baustellen im ganzen Waldviertel bis Krems zu finden – beim Neubau der Rotkreuz-Zentrale Krems wurde ein Auftrag in sechsstelliger Höhe mit Schlosserarbeiten, Pergolas und Überdachungen ausgeführt, zur Renovierung der Mittelschule Gars wird neben Schlosserarbeiten eine Alukonstruktion beigesteuert. Im sechsstelligen Bereich spielt sich auch der Auftrag für die Berufsschule Eggenburg ab, wo unter anderem ein dreigeschoßiger Treppenturm errichtet wird. Aktuell mischt man beim Health-across-Zentrum Gmünd genauso mit wie beim Gasterner Amtsgebäude, Poly Waidhofen, „clever fit“ Zwettl oder bald beim Zu- & Umbau im PBZ Weitra.

Vier Jobs frei. Was das Wachstum hemmt, das ist auch hier der allgegenwärtige Facharbeiter-Mangel. „Wir könnten sofort zwei Lehrlinge und zwei Gesellen einstellen“, sagt Seniorchef Johann Silbernagel: „Das müssen gar keine Schlosser sein – geschickte Tischler, Maurer oder Mechaniker wären genauso möglich.“ Das Wissen für die Praxis wird ohnehin angelernt.