Kuenringer Kaserne: Zweitgrößter Arbeitgeber Weitras

Erstellt am 26. Juni 2022 | 05:25
Lesezeit: 3 Min
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Die Kaserne Weitra im Jahr 1966
Foto: . privat
Die Kuenringer Kaserne ist seit 1959 wichtige Arbeitgeberin, seit 1962 ist Weitra Ausbildungsstandort. Teil 1 zur Geschichte der Kaserne im Bezirk Gmünd.
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Seit den 1950er Jahren hat der Bezirk eine eigene Kaserne – nämlich die Kuenringer Kaserne in Weitra. In den 63 Jahren ihres Bestehens hat sich diese Einrichtung fest etabliert. Mit 60 Mitarbeitern ist die Kaserne nach der Firma Asma die zweitgrößte Arbeitgeberin in der Stadt Weitra.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen war eigentlich der Grund dafür, dass sich Weitra um die Errichtung einer Garnison bemüht hat. Federführend war der damalige Bürgermeister Franz Kindermann, der im September 1955 ein Bittschreiben an Bundeskanzler Julius Raab, ein bekennender Weitra-Freund, richtete. Diese Bitte wurde erhört, und die Gemeinde stellte das Grundstück zur Verfügung. Es sollte ein Standort für ein gesamtes Bataillon werden. Von 1957 bis 1959 dauerte der Bau. Aus der großen Kaserne wurde jedoch „nur“ ein Stabs- und Mannschaftsgebäude samt Wach-, Garagen- und Werkstättengebäuden. Die Eröffnung am 11. Juli 1959 war ein großes Fest.

Erster Kasernenkommandant war Robert Lendenfeld, die Soldaten waren als „Aufklärer“ dem Bataillon Mistelbach unterstellt. Ausgestattet mit Jeeps, Dodge und Uniformen der ehemaligen amerikanischen Besatzungsmacht waren die Soldaten in Weitra bald beliebt. 1960 zogen die Panzergrenadiere – sie gehörten zur Horner Bataillon – in Weitra ein. Die Räderfahrzeuge wurden 1962 auf Saurer-Schützenpanzer getauscht, jetzt waren „richtige“ Panzergrenadiere am Werk. Von diesen 30 Panzern blieb bis heute nur ein einziger Panzer übrig. „Das ist unser Anschauungsobjekt“, sagt Oberstleutnant Reinhard Bachner, der seit fünf Jahren als Kasernenkommandant fungiert.

Ausbildungskaserne für tausende Wehrpflichtige

Bis Ende 1977 war die „zweite Kompanie“ alleiniger Hausherr in der Kuenringer Kaserne. Anfang 1978 wurde die 3. Panzergrenadierkompanie aufgestellt, somit war die lange Zeit der „Alleinherrschaft“ beendet. Tausende Wehrpflichtige absolvierten hier ihren Präsenzdienst. Von 1962 bis 1977 war eine „Fahrschule“ stationiert. Aber auch die atomare, biologische, chemische (ABC)-Abwehr-Ausbildung, die Erste-Hilfe-Ausbildung sowie die Arbeit im Hochgebirge bildeten Ausbildungsschwerpunkte.

Ihr Können bewiesen die Weitraer Soldaten unter anderem bei Einsätzen zum Grenzschutz. Unwetterkatastrophen forderten die Soldaten etwa beim Hochwasser im August 2002 oder 2006 beim Schneeschaufeln in Tirol. Unteroffiziere und Offiziere sind bei internationalen Einsätzen dabei.

Fortsetzung zur Kasernen-Historie folgt nächste Woche...

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