3G am Arbeitsplatz: Zustimmung trotz Hürden

3G-Aufklärungsbedarf in kürzester Zeit, Übervorsicht – und alltägliche Pannen im Bezirk Gmünd.

Erstellt am 10. November 2021 | 05:18
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Der Impfbus machte am Montag bei Elk Halt – für Geschäftsführer Thomas Scheriau ein Service mit „unkomplizierter Abwicklung“.
Foto: ELK

Seit eineinhalb Wochen gilt die 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Wie klappt die Umsetzung bisher im Bezirk Gmünd?

Es sei mehr Kommunikation und Aufklärung nötig, laufe aber gut, sagt Leyrer+Graf-CEO Stefan Graf: „Ich halte die 3G-Regel für absolut notwendig und den Aufwand für überschaubar. Deswegen erwarte ich von allen Mitarbeitern volle Unterstützung und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Wir müssen zusammenhelfen, indem jede und jeder einen persönlichen Beitrag leistet.“ Kostenlose Antigentests, Aufklärungsgespräche und innerbetriebliche Impfungen sollen helfen. Im Bürobetrieb werde durch die jeweilige Führungskraft, auf Baustellen vor allem durch die Poliere kontrolliert.

Selbsttest-Plattform außer Betrieb

"Wenn man mit 700 Mitarbeitern im Schichtbetrieb arbeitet, ist die Informationsweitergabe nicht ganz einfach“, erzählt indes Eaton-Betriebsrat Werner Müller. Vor allem, weil auch der Betriebsrat oft noch nicht mehr wisse: „Wir kommen uns in solchen Situationen sehr im Stich gelassen vor.“ Ein großer Teil der Mitarbeiter sei geimpft, der Nachweis somit klar. Aber eben nicht alle. Die große Überraschung kam am Montag: „Einige wollten ihren Selbsttest einmelden, konnten es aber nicht mehr, weil die Plattform außer Betrieb genommen wurde.“ Dass momentan ersatzweise FFP2-Masken getragen werden können, habe die Situation noch erleichtert. Die mangelnde Verfügbarkeit von PCR-Tests sieht Müller aber als Problem für Arbeitnehmer, er wünscht sich etwa eine Verteilung auch in Betrieben.

Fertighaus-Spezialist Elk aus Schrems hat im Frühjahr eine Impfaktion mit sehr vielen Teilnehmern organisiert. Trotzdem: „Die größte Herausforderung war es nun, sie in kürzester Zeit über die aktuellen Regelungen zu informieren“, erklärt Geschäftsführer Thomas Scheriau. Es spricht von laufenden Stichproben, die Mitarbeiter seien kooperativ. Die Teststraße ist nach wie vor in Betrieb, am Montag war auch der Impfbus bei Elk: „Wir werden den Service am Firmengelände auch weiter anbieten und verstärken, da die Abwicklung unkompliziert ist“, sagt Scheriau.

Anfängliche Herausforderungen merkte auch die Heidenreichsteiner Baufirma Talkner, es war viel Information nötig: „Wir haben alle Mitarbeiter aufgefordert, im Personalbüro einen Nachweis über Impfung oder Genesung abzugeben. Mitarbeiter, die nicht geimpft oder genesen sind, wurden ersucht, ihren Testnachweis regelmäßig bekanntzugeben“, erklärt Andreas Talkner: „Die Kontrolle obliegt in den Filialen den Filialleitern, während die im Haupthaus und im Baumarkt Beschäftigten vom Personalbüro kontrolliert werden und auf den Baustellen der jeweilige Bauleiter für eine lückenlose Abwicklung sorgt.“

AK-Chef registriert „Übervorsicht“

In der Arbeiterkammer registrierte Michael Preissl eine „unheimlich hohe Anfragedichte“. Er nimmt massive Unzufriedenheit über die katastrophale Testlandschaft wahr. Die Gesundheitsbehörde müsse einfach gewährleisten, dass Ungeimpfte so zu Tests kommen, wie es für ihre Arbeitszeiten erforderlich ist. Bei einigen Betrieben registriert Preissl eine 3G-„Übervorsicht“ – mit Datenbanken, Listen & Co, bei denen stets auch die Vernichtung nachgewiesen werden müsse. Dabei würden ein Herzeigen der Nachweise und stichprobenartige Kontrollen reichen, „die Verantwortung liegt in letzter Konsequenz sowieso beim Arbeitnehmer!“

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