Abschnittkommandos: Wer geht, wer kommt?. Franz Zechmann, Franz Mörzinger und Erhard Koppensteiner erhalten als Abschnittskommandanten Nachfolger.

Von Karin Pollak. Erstellt am 09. Januar 2021 (03:12)
Symbolbild
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Das Wahljahr bei den Feuerwehren ist gestartet. In den 85 Feuerwehren des Bezirkes Gmünd geht es im Jänner um die Kommandanten und deren Stellvertreter. Diese wählen am 19. Februar ihre Abschnitts-Kommandanten und Stellvertreter. In den vier Feuerwehrabschnitten Gmünd, Schrems, Weitra und Litschau gibt es in diesen Funktionen neue Gesichter, wobei es in Litschau bereits im November einen Wechsel gegeben hat. Hier folgte Martin Kainz von der Feuerwehr Eberweis Johann Glaub auf, der altersbedingt diese Funktion zurückgelegt hat. Martin Kainz muss sich aber wieder im Februar der Wahl stellen.

Wie es in den anderen Abschnitten aussieht:

Abschnitt Gmünd: 65er bringt das Karriereende

Altersbedingt kann Franz Zechmann aus Albrechts nicht mehr als Kommandant des Feuerwehrabschnittes Gmünd antreten. „Ich werde im März 65 Jahre alt, ab da bin ich Feuerwehr-Reservist und darf somit keine Funktion mehr ausführen“, betont er. Er stand zehn Jahre den 16 Feuerwehren seines Abschnittes vor, davor war er zehn Jahre Abschnittskommandant-Stellvertreter.

Franz Zechmann, Abschnittskommandant in Gmünd.
Feuerwehr

Die Wehr gehörte aber schon lange zu seinem Leben. 1977 trat er der Feuerwehr Albrechts bei, war von 1987 bis 1996 Kommandant-Stellvertreter, von 1996 bis 2001 Verwalter und von 2001 bis 2016 Kommandant. „Eigentlich wollte ich schon vor fünf Jahren die Funktion des Abschnittskommandanten abgeben, aber da ist mein potenzieller Nachfolger abgesprungen. Jetzt muss ich aufhören und das passt“, meint Zechmann, der vermutlich von seinem Stellvertreter Christian Haumer, Kommandant der Feuerwehr Waldenstein, abgelöst werden wird.

Sein möglicher Nachfolger: Christian Haumer von der FF Waldenstein.
Feuerwehr

Franz Zechmann ist in den Feuerwehrreihen beliebt und geschätzt. „Ich habe Kameradschaft und Freundschaft erlebt, bin fast täglich mit den Kameraden in Kontakt und weiß, dass ich mich auf alle verlassen kann. Diskussionen gab es und wird es auch immer geben, aber diese sind wichtig, um etwas weiterzubringen“, stellt er klar.

Weitergebracht hat er einiges, vor allem in seiner Heimatwehr Albrechts. 25 neue Mitglieder wurden während seiner Kommandanten-Zeit angelobt, die jungen Mitglieder hätten Schwung in die Wehr gebracht und seien heute topmotiviert bei Einsätzen, Bewerben und Festen. „Ich selber habe sie oft zu Bewerben gefahren. Das motiviert. Jetzt haben wir sogar eine Jugendfeuerwehr“, zeigt Zechmann auf.

Ihm bleibt vor allem das Hochwasser 2002 ewig in Erinnerung. „Ich war ein Jahr im Abschnittskommando, dann kam diese extreme Herausforderung. Ich habe nur gehofft, dass so etwas nicht öfter vorkommt.“ 14 Tage standen er und viele Kameraden rund um die Uhr im Einsatz. „Gepumpt haben wir in Hadersdorf, Zwettl und Stift Zwettl. Dann ist der Anruf gekommen, dass wir sofort heimkommen sollen. Auch bei uns war das Hochwasser gekommen.“ Der Tod eines Feuerwehrkameraden beim Brandeinsatz in Zehenthöf 2015 sei für ihn besonders schlimm gewesen. „Das war ein heftiger Schicksalsschlag für uns.“

Die Corona-Pandemie werde er ebenfalls nicht vergessen. „Ich brauche einfach den direkten Kontakt zu anderen Menschen und der geht mir jetzt besonders ab“, meint Zechmann, der vor 1993 den Waldensteiner Cabaret- und Theaterverein gegründet hat. Seither fungiert er als Intendant und Regisseur. Auch die Zeit als Gemeinderat in Waldenstein (1990 bis 2020) möchte der ehemalige Arbeiterbetriebsrat bei der Firma Agrana nicht missen.

Abschnitt Weitra: Ganze Periode geht nicht mehr

Etwas jünger ist Franz Mörzinger, der Kommandant des Feuerwehrabschnittes Weitra. „Eine ganze Periode könnte ich diese Funktion aber nicht mehr ausüben, ich müsste nach vier Jahren altersbedingt abgeben. Daher höre ich jetzt gleich auf“, meint Mörzinger, der seit 2011 die 28 Feuerwehren des Abschnittes Weitra geleitet hat. Auch Mörzinger ist ein jahrzehntelanger Floriani. Bereits 1976 trat er der Feuerwehr Großwolfgers bei, leitete diese von 1996 bis 2016 als Kommandant.

Franz Mörzinger, Abschnittskommandant in Weitra.
Feuerwehr

Er war von 1998 bis 2011 Unterabschnittskommandant, von 2001 bis 2011 zusätzlich Kommandant des dritten Zuges des Katastrophenhilfsdienstes Gmünd. 2006 wurde er Abschnittskommandant-Stellvertreter für Weitra, 2011 Kommandant. „In all diesen Jahren stand die Bereitschaft für das Helfen von betroffen Personen im Mittelpunkt. Ob bei Einsätzen durch Hochwasser, Schnee Blitz-Eis, Bränden, Unfällen, bei Ausbildungen, Feuerwehrhauseröffnung, Bewerben oder Feuerwehrfesten war ein Gedanken im Vordergrund: Entweder zu helfen oder die Kameradschaft des Feuerwehrwesens zu pflegen“, zeigt Mörzinger auf.

Sein möglicher Nachfolger: Herbert Schagginger von der FF Großschönau.
Feuerwehr

Von vielen Einsätzen habe das Jahr 2020 durch die Pandemie auch die Feuerwehren sehr stark gefordert, aber mit Vertrauen in die Zukunft werde es wieder bergauf gehen, schaut der beliebte Abschnittskommandant zuversichtlich in die Zukunft: „Auch wenn ich mein Amt als Abschnittskommandant aus Altersgründen zurücklegen werde, weiß ich, dass dieses Amt durch meinen kompetenten Nachfolger Herbert Schagginger in besten Händen sein wird.“ Schagginger ist Kommandant der Feuerwehr Großschönau und langjähriger Stellvertreter von Mörzinger. Der bekannte Optiker wünscht sich für die Zukunft, dass „die Feuerwehren aufrecht erhalten werden können und es immer ausreichend Mitglieder dafür gibt.“

Zum „Abschied“, der am 19. Februar bevorsteht, dankt Mörzinger allen Feuerwehrkameraden, den Bürgermeistern, dem Bezirkshauptmann, dem Landesfeuerwehrkommando sowie den Medien für die gute Zusammenarbeit. Der Feuerwehr Großwolfgers bleibt er erhalten.

Abschnitt Schrems: 15 Jahre sind genug

Der Jüngste und Längstdienende in der Riege der Abschnittskommandanten ist Erhard Koppensteiner aus Kottinghörmanns. Er wird 58 Jahre alt, könnte also noch die nächsten fünf Jahre bleiben. Aber: „Ich stand 15 Jahre den 17 Feuerwehren unseres Abschnittes vor und war davor schon fünf Jahre im Abschnittskommando. Es ist an der Zeit, dass dieses Amt in jüngere Hände kommt“, betont Koppensteiner. Der Zeitpunkt seines Rücktrittes sei ideal: „In allen anderen Abschnitten wird auch gewechselt. Unsere Nachfolger können somit von Beginn an zusammenarbeiten und ihre Ideen verwirklichen.“

Erhard Koppensteiner, Abschnittskommandant in Schrems.
Feuerwehr

Die Leitung des Abschnittes Schrems habe er sehr gerne gemacht. „Der Zusammenhalt im Abschnitt und auch im Bezirk war sehr gut, einer war für den anderen da, auf alle konnte man sich verlassen“, stellt Koppensteiner seinen Kameraden ein Top-Zeugnis aus.

Besonders fordernd waren die Hochwassereinsätze 2002 und 2006. „Wir hatten überhaupt viele Einsätze zu leisten, haben viele Menschen gerettet und viel Schönes erlebt. Natürlich waren auch traurige Geschichten darunter. Wichtig war und ist mir, alle gestellten Aufgaben zur Zufriedenheit aller, inklusive mir, zu lösen. Das dürfte auch großteils gelungen sein“, meint der scheidende Abschnittskommandant.

Sein möglicher Nachfolger: Bezirkssachbearbeiter Atemschutz Jochen Miniböck.
Feuerwehr

Vermutlich wird sich für die Funktion des Schremser Abschnittskommandanten Jochen Miniböck, der Bezirkssachbearbeiter „Atemschutz“, der Wahl stellen.

Der Feuerwehr Kottinghörmanns bleibt Erhard Koppensteiner erhalten. Dieser gehört er seit 1978 an. Seit 1996 ist er in verschiedenen Funktionen tätig gewesen: drei Jahre Kommandant-Stellvertreter und 13 Jahre Kommandant in Kottinghörmanns, fünf Jahre Unterabschnittskommandant in Schrems und jetzt 15 Jahre Abschnittskommandant. „Das waren sehr erfüllende Aufgaben.“