An Geldbörsen bedient? Beweise reichten nicht. Widersprüchliche Aussagen der Zeugen führten zu Freispruch: „Niemand hat etwas gesehen.“

Von Karin Pollak. Erstellt am 08. Februar 2020 (05:53)
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Eine 43-jährige in Strebersdorf wohnhafte Serbin soll sich während ihres Kuraufenthaltes im Bezirk Gmünd an den Geldbörsen ihrer Tischnachbarn „bedient“ haben. Einem 45-Jährigen fehlten insgesamt 150 Euro, einer 55-Jährigen 120 Euro. Beide erstatteten Anzeige, die Verhandlung fand nun am Bezirksgericht statt.

„Die Angeklagte hätte durchaus die Möglichkeit gehabt, Geld aus meiner Geldbörse zu nehmen“, meinte der Zeuge nun bei der Verhandlung am Bezirksgericht Gmünd. „Meine 120 Euro waren im Außenfach meiner Handtasche. Auch hier könnte sie das Geld entnommen haben“, meinte das zweite Opfer. Geldbörse und Handtasche nämlich während des Essens in einer Nische gleich neben dem Platz der Serbin gelegen. – „Niemand hat etwas gesehen. Auch die Aussagen der vernommenen Zeugen waren etwas widersprüchlich. Das reicht nicht für eine Verurteilung. Die Angeklagte hat auch keine Vorstrafen“, meinte der Bezirksrichter. Der Freispruch ist rechtskräftig. Die Geschädigten, die ihre Ansprüche geltend gemacht hatten, wurden auf den Zivilrechtsweg verwiesen.