Ausbau der FJB wird eingefordert . Euphorisch, aber auch mit einer maßlosen Enttäuschung reagiert die Bezirksbasis auf die Regierung.

Von Karin Pollak. Erstellt am 08. Januar 2020 (21:24)
Martina Diesner-Wais, ÖVP, Manfred Stattler, Grüne, Konrad Antoni, SPÖ und  Walter Hoffmann, FPÖ
NÖN

Die neue Regierung steht und ist bereits angelobt. Die Reaktionen dazu holte die NÖN von der politischen Bezirksbasis ein.

Martina Diesner-Wais, ÖVP:

Das neue Regierungsprogramm bringe mit der Steuersenkung, der Erhöhung des Familienbonus oder des Pflege-Daheim-Bonus allen etwas, ist die einzige Abgeordnete im Nationalrat aus dem Bezirk Gmünd überzeugt: „Die Personaloffensive bei der Polizei schafft auch bei uns neue Arbeitsplätze. Das schon lange geforderte Studententicket wird umgesetzt, und durch die Öffi-Milliarde kann die Franz-Josefs-Bahn ausgebaut werden.“

Neue Chancen für den ländlichen Raum sieht sie auch bei der Verbesserung der Kennzeichnung über die Herkunft der Lebensmittel. „Es ist ein gutes Programm, das gelebt werden muss.“

Manfred Stattler, Grüne:

Das Regierungsprogramm zeige, so Stattler, dass zwei sehr unterschiedliche Parteien mit teilweise weit auseinander liegenden Positionen dennoch zusammenarbeiten wollen.

Grüne Inhalte nutzen dem Waldviertel

Für beide sei es ein Wagnis, das es aber notwendig sei, einzugehen, denn: „Wirtschaft und Klimaschutz dürfen nicht länger als Widerspruch behandelt werden. Dem Waldviertel werden die grünen Inhalte des Regierungsprogramms nutzen. Diese sind in einem zentralen Umwelt- und Verkehrsministerium unter grüner Führung am besten aufgehoben“, meint Stattler.

Eine intakte Umwelt sei auch Grundlage der Wirtschaft. Autofahren ist teuer, stellt Stattler klar, man wolle Kosten sparen und zum Klimaschutz beitragen, indem der öffentliche Verkehr gut ausgebaut und für einen Euro pro Tag zu benutzen sein werde. Wichtig seien auch die Landarztoffensive, die Aufwertung der nicht ärztlichen Gesundheitsberufe und die Bevorzugung von Pflege und Betreuung zu Hause.

SPÖ-Konrad Antoni:

Von der Opposition kommt Kritik. „Das neue Regierungsprogramm hat viele Überschriften, aber keine Details“, meint etwa SPÖ-Bezirksvorsitzender Konrad Antoni. Die neue Regierung würde sich aber an den Leistungen messen müssen. „Mir fehlen die sozialen Komponenten wie das Wohnen, das mittlerweile schon Luxus wird.“

Ausbau der FJB muss „spürbar werden“

Für den Bezirk Gmünd erhofft sich Antoni ein klares Signal zur Stärkung des ländlichen Raumes. „Da gibt es etwa die Franz-Josefs-Bahn, für die seit über 20 Jahren verschiedenste Studien ausgearbeitet worden sind. Es müssen endlich die Bagger auffahren“, meint der SPÖ-Bezirksobmann, der dieses Amt weiterhin innehaben wird.

FPÖ-Chef Walter Hoffmann:

Mit „Alles für die Katz‘. Ich bin maßlos enttäuscht“, kommentiert FPÖ-Bezirksobmann Walter Hofmann die neue Regierung. „Jeder hat Federn lassen müssen, vor allem die Grünen, damit Sebastian Kurz seine Macht noch ausweiten kann“, so Hofmann, der nur einen Wunsch ans neue Regierungsteam hat: „Das Gmünder Bezirksgericht muss erhalten bleiben.“

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