Baugründe leistbar, aber nicht unbeliebt. Grundstücke sind im Bezirk Gmünd erschwinglich, viele Gemeinden stocken außerdem ihr Bauland-Angebot auf.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:20)
Leistbarkeit von Baugrund in NÖ
Quelle & Karte: OGM

Geht es um Wohnen und Bauen zeigt sich für den Bezirk Gmünd im niederösterreichweiten Vergleich meist ein bekanntes Bild: wenig begehrt und deshalb leistbar. Das ist auf den ersten Blick auch bei einer aktuellen OGM-Analyse so, die die Preise für Baugrundstücke mit dem Durchschnittseinkommen in Relation gesetzt hat. In vielen der 21 Gemeinden im Bezirk sind mit einem Jahresgehalt Grundstücke von 1.000 bis 1.500 Quadratmeter leistbar, in einigen Gemeinden sogar Grundstücke über 1.500 Quadratmeter. Aber: Im waldviertelweiten Vergleich scheint der Gmünder Bezirk doch recht beliebt zu sein, wenn es um Baugrundstücke geht. Die NÖN fragte bei Bürgermeistern nach, wie die Lage in ihren Gemeinden ist und analysierte, wo neue Bauplätze im Entstehen sind.

Neue & erweiterte Siedlungsgebiete. Gerade in den vergangenen eineinhalb Jahren haben etliche Pläne zur Schaffung neuer Bauplätze oder gar Siedlungsgebiete die Gemeinderäte des Bezirkes passiert. Etwa in Großdietmanns: Dort wird in der „Spanbichlsiedlung“ Platz für 20 Häuslbauer geschaffen. Immer knapper wurden die Bauplätze in der Bezirkshauptstadt Gmünd, vereinzelt kamen im Vorjahr aber doch noch neue dazu. In großem Stil das Angebot an Baugrundstücken erweitert hat unterdessen die Stadtgemeinde Weitra – mit 20 Parzellen in der Böhmstraße. Auch Waldenstein will wachsen, dort entstehen in Richtung Großneusiedl über 25 neue Grundstücke.

Haugschlag fehlen junge Baudamen und -herren. Was doch ein wenig überrascht: Unter den teueren Gemeinden sind geschlossen auch jene aus dem Norden des Bezirkes. Von einem regelrechten Boom wird wie berichtet in Litschau gesprochen. In Haugschlag ziehe der Golfplatz einige neue Bewohner an, wie Bürgermeister Franz Kuben sagt. Vor allem in der Coronazeit habe sich der Trend entwickelt, dass auch ältere Häuser verkauft werden konnten. Was ihm allerdings Kopfzerbrechen bereitet, ist dass einerseits eher Neben- als Hauptwohnsitzer zunehmen und: „Junges Bauen gibt es bei uns derzeit leider nicht.“ Gemeindeeigene Baugründe gebe es vor allem in der Katastralgemeinde Griesbach, in Haugschlag allerdings nicht.

Kirchberg: Leistbarer Baugrund ist ein Anliegen. Eine der günstigeren Gemeinden ist laut OGM-Analyse Kirchberg. Wenn es nach Bürgermeister Karl Schützenhofer geht, kommt das nicht von ungefähr: „Die Marktgemeinde ist sehr daran interessiert, dass sich Leute ansiedeln“, begründet er am unteren Ende orientierte Grundstückspreise. In Kirchberg entsteht wie berichtet Bauland für rund 60 Häuslbauer, auch in den anderen Ortschaften gebe es Reserven, sagt er. In den vergangenen Jahren hat sich etabliert, dass Bauzwang auf Grundstücken liegt. „Vor fünf Jahren war das Zurückhalten von Baugründen durch Private wirklich noch ein großes Thema“, sagt Schützenhofer – inzwischen habe sich das entspannt.

Beliebtheit hängt auch von Qualität ab. Steigende Nachfrage nach Baugründen nimmt Bürgermeister Martin Bruckner in Großschönau wahr: „Es hat sich herumgesprochen, dass wir sehr schönes Bauland haben.“ Bauplätze gebe es in fast jeder Ortschaft, Großschönau sei aber am begehrtesten. Letztlich komme die Beliebtheit von Grundstücken auch auf die Infrastruktur rundherum an – aber auch auf die Qualität des Grundstückes. Dass Bauland manchmal schwer verfügbar zu machen ist, kennt auch er – die Gemeinde könne dann aber im Ernstfall widmungspolitisch einschreiten.

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