Bedingte Freiheitsstrafe für reumütige Mutter

„Ein Fehler. Er hinkt jetzt hinterher“, zeigt Mutter aus Bezirk Gmünd Einsicht und bedauert, dass sie ihren Sohn nicht in Schule geschickt hat.

Erstellt am 16. Oktober 2021 | 05:10
Gericht Symbolbild
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com

Ein heute neunjähriger Bub durfte nicht zur Schule gehen und bekam von seiner Mutter, damals im Bezirk Gmünd wohnhaft, nur mangelhaften Heimunterricht. Das Kind habe „ein Bildungsdefizit von zwei Schuljahren“ erlitten und sei so an seiner geistigen Entwicklung „beträchtlich geschädigt“ worden, meinte eine Kinderexpertin vor Gericht. Nach der Kindesabnahme und einem Aufenthalt in einem Zwettler Krisenzentrum befinde sich der Neunjährige nun in einer Sonderschule in NÖ und lerne eifrig, führte die Gutachterin aus.

Die Kremser Staatsanwaltschaft befand, dass die Mutter ihre Fürsorgepflicht „gröblich vernachlässigt“ habe und erhob gegen die 40-Jährige Anklage wegen des Quälens oder der Vernachlässigung unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen. „Ich habe ihn unterrichtet, auch auf Reisen“, beteuerte die Mutter. Geeignetes Lernmaterial habe sie auch nicht gehabt, räumte sie ein und zeigte letztlich Einsicht: „Es war ein Fehler.“ Nicht rechtskräftiges Urteil: Ein Jahr auf Bewährung.