Corona-Regelungen: „Einigen wird die Luft ausgehen“. Veranstalter im Bezirk Gmünd stehen zwischen Optimismus und Ungewissheit. Auch fehlendes Publikum bereitet Sorgen.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 15. September 2021 (04:44)
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Das „Recreate“-Programm vom Wochenende wurde verschoben. Johannes Wohlgenannt Zincke begrüßte stattdessen Pianist Florian Krumpöck zum Konzert in Weitra.
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Vieles war im kulturellen Bereich in den vergangenen Wochen wieder möglich, die angekündigten neuen Regelungen inklusive Stufenplan und 2G- oder 1G-Regeln fordern einmal mehr Flexibilität. Die NÖN hörte sich bei Veranstaltern im Bezirk um.

Optimismus trotz mancher Unsicherheiten

Guter Dinge ist man in der Kulturwerkstatt Hirschbach, die am Wochenende in den Kulturherbst gestartet ist. Noch hätten die neuen Ankündigungen keine Auswirkungen, sagt Dieter Edinger: „Aber die Frage ist zum Beispiel – was tun, wenn Personenbeschränkungen kommen und die vorgeschriebene Auslastung schon erreicht ist? Setzt man die Leute dann auf eine Warteliste oder muss man einige ganz ausladen?“ Vieles sei auch eine Kostenfrage, man brauche das Publikum: „Wichtig wäre, dass Getestete nicht ausgeschlossen werden.“

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Josef Gratzl (Großschönau): „Wir gehen voller Optimismus und Hoffnung an den Start.“
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Nach fast einem Jahr Pause startet auch der Verein „groß-ARTig Großschönau“ ins Herbstprogramm. Los geht es dort am 24. September mit einem Konzert der „Poxrucker Sisters“. „Wir gehen voller Optimismus und Hoffnung an den Start“, sagt Obmann Josef Gratzl: „Unser Programm für diesen Herbst ist überraschend gut gebucht, wir sind auch schon gut vorbereitet.“ In Sachen Covid-Prävention könne vieles aus dem Vorjahr übernommen werden.

Zu schwacher Vorverkauf: Absagen

Unterdessen wurde in Weitra das geplante „Recreate“-Wochenende unter dem Motto „Freude… eine Reise nach Europa“ auf Mai 2022 verschoben. Der Vorverkauf sei nicht gut gelaufen, sagt Organisator Johannes Wohlgenannt Zincke: „Wir hätten einfach mehr Publikum gebraucht.“ Mit steigenden Covid-Inzidenzen steige auch die Unsicherheit, meint er: „Zur Zeit ist es mühsam, Publikum zu bekommen.“

Ähnlich ging es Ernst Köpl in Litschau: Die Lesung mit Miguel Herz-Kestranek wurde vom 18. September aufs nächste Jahr verschoben. Köpl sieht allgemein Herausforderungen: „Die Kleinkultur kämpft überall ums Überleben. Die Kleinkultur im Waldviertel hochzuhalten, ist ein schwieriges Unterfangen. Durch die Pandemie wurde das noch schwerer. Einigen Standorten wird die Luft ausgehen.“ Und: „Ich kann es niemandem übel nehmen, wenn er aufhört – ziehe aber vor allen den Hut, die weitermachen.“ Teilweise sei es beim Publikum auch die mögliche Maskenpflicht, die vom Kulturgenuss abhalte, meint er.

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Eventmanager Thomas Breit: „Müssen kurzfristig auf die Gegebenheiten reagieren.“
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Dass an manchen Orten das Publikum fehlt, bekommt auch Eventmanager Thomas Breit mit. Bis Ende Oktober ist er voll ausgelastet, danach stehen allmählich die Adventmärkte an. „Da kann ich noch gar nichts sagen, ich bin selbst gespannt“, gesteht er: „Aktuell müssen wir Veranstaltungen so planen, als wäre nichts, und dann kurzfristig auf die Gegebenheiten reagieren.“ Am 23. September um 16.30 Uhr macht Breit jedenfalls in der Raiba-Filiale in Gmünd mit dem Casting zu „Die NÖN sucht das größte Talent“ Halt. Anmeldungen unter:

NÖN.at/talent oder talent@noen.at

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