Die Hochburg der Militärmusik. Ein starker Jahrgang: Gmünder Bezirk stellt in NÖ Militärmusik ein Achtel der Rekruten.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 03. Januar 2019 (04:05)
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Was sagt Ihnen der Begriff „Militärmusik“? Für fünf junge Musiker aus dem Bezirk Gmünd bedeutet der Begriff nicht nur Arbeit, sondern vor allem die Verfolgung ihres musikalischen Interesses. Philipp Fasching, Pascal Gaßner, Lukas Ledermüller, Marc Österreicher und Jürgen Thaler haben sich nämlich dazu entschieden, ihrer musikalischen Ader für ein ganzes Jahr nachzugehen, indem sie ihren Grundwehrdienst bei der niederösterreichischen Militärmusik in St. Pölten ableisten.

Angesichts der Tatsache, dass pro Jahr lediglich etwa 40 Rekruten bei der Militärmusik NÖ aufgenommen werden, kann man auf die Dichte aus dem Bezirk stolz sein. „Wir haben immer wieder zahlreiche gute Musiker aus dem Waldviertel“, betont der Kapellmeister der Militärmusik NÖ, Adolf Obendrauf, im NÖN-Gespräch. Seit 2011 steht das Orchester unter seiner Führung. Gemeinsam mit den Musikern ist er bestrebt, dass die Militärmusik weiter einen Beitrag zur Erhaltung der österreichischen Musikkultur beiträgt.

Einmalige Chance, sich weiter zu entwickeln

Die Dienstdauer beträgt 13 Monate, sechs davon als Grundwehrdiener und sieben als Militärperson auf Zeit. Danach besteht die Möglichkeit einer einjährigen Verlängerung oder der weiteren militärischen Ausbildung. Neben Rekruten gibt es etwa zehn Berufs-Militärmusiker. Zu den Aufgaben zählt eine vierwöchige Grundausbildung zu Beginn, danach startet der musikalische Dienst, zu dem zahlreiche Auftritte wie Festakte und Konzerte zählen.

Auf die Ausbildung der Musiker wird viel Wert gelegt, so gehören beispielsweise die intensive Probenarbeit, Gehörbildung, Stabführen und Musiktheorie zum Alltag.

Warum entscheidet man sich für diese Art des Präsenzdienstes? Für Philipp Fasching, der im Jahr 2013 beim Musikbewerb „prima la musica“ Bundessieger auf der Tuba wurde und daher schon über die Grenzen des Bezirkes hinweg bekannt ist, scheint der Schritt vorprogrammiert gewesen zu sein. Immerhin absolviert Fasching begleitend zu seinem Dienst das Studium „Instrumentalpädagogik Tuba“ an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz.

Begeisterung für die Musik bringt auch der Gmünder Klarinettist Pascal Gaßner mit. Er betont im NÖN-Gespräch die Arbeit der Musikschulen, die er zuerst in Gmünd und nun in St. Pölten besucht. „Die Musiklehrer unterstützen einen dabei, sich musikalisch weiterzuentwickeln“, so Gaßner. Lukas Ledermüller begeistert bei Auftritten hingegen souverän am Schlagwerk. Seine musikalischen Ziele sieht er im Dasein als Kapellmeister bzw. Stabführer in seiner Heimatkapelle Hoheneich, wozu die Militärmusik einen großen Beitrag geleistet habe.

Abwechslungsreiche Tätigkeiten, Auftritte an den verschiedensten Orten und die musikalische Weiterentwicklung sind jene Aspekte, die Marc Österreicher aus Alt-Nagelberg an der Arbeit besonders gefallen. Österreicher, der bei der Militärmusik am Bariton eingesetzt ist, hebt auch hervor, dass viele Freundschaften geknüpft werden.

Bariton-Kollege Jürgen Thaler aus Großotten ist ebenfalls bereits bekannt, wenn auch eher als Gesangstalent: 2013 nahm er bei „NÖN sucht das größte Talent“ teil und errang landesweit den dritten Platz. Die Musik soll auch in Zukunft fester Bestandteil seines Lebens bleiben, Thaler möchte nach seiner Zeit beim Bundesheer ein musikalisches Studium absolvieren.

Was die fünf Musiker eint, das ist die Aussage, dass der Dienst bei der Militärmusik NÖ eine große Chance darstelle, sich musikalisch weiter zu entwickeln und viele imposante und einmalige Eindrücke sammeln zu können.