Doppelte Trauer: Todesfälle in der Ferne. Dreifache Mutter (34) verstarb wenige Wochen nach Wegzug aus Weitra bei Verkehrsunfall im Bezirk Mistelbach. Heidenreichsteinerin (69) in Wien erschossen.

Erstellt am 08. Februar 2017 (05:00)
Feuerwehr Mistelbach
Das Auto von Isabella Dolezal wurde bei dem Aufprall in Fetzen gerissen. Sie starb noch an der Unfallstelle, zwei Töchter wurden schwer, der Sohn leicht verletzt.

Gleich zwei Todesnachrichten ereilten den Bezirk vorige Woche aus der Ferne: Die dreifache Mutter Isabella Dolezal (34) aus der Gemeinde Weitra starb bei einem fürchterlichen Autounfall im Bezirk Mistelbach, in Wien wurde die gebürtige Heidenreichsteinerin Traude Schindl vermutlich von ihrem Lebensgefährten erschossen.

Jede Hilfe zu spät kam am 1. Februar für Isabella Dolezal, die mit ihren drei Kindern bis vor Weihnachten in Weitra und davor einige Jahre in Reinprechts gelebt hatte. Dolezal krachte auf Schneefahrbahn – im Auto die drei Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren – am frühen Nachmittag frontal gegen die Ziegelmauer einer Bahnunterführung der B46 zwischen Ernsdorf und Frättingsdorf. Die Mutter, die Mitte Jänner ihren 34. Geburtstag gefeiert hatte, starb am Unfallort, die Kinder kamen mit Verletzungen davon.

Die Insassen wurden nach dem Aufprall im Auto eingeklemmt. Bevor noch die Einsatzkräfte am Unfallort waren, kümmerten sich Augenzeugen um die Unfallopfer. Ein extrem belastender Einsatz, wie die Helfer eingestehen mussten. „Trotz des guten Teamworks konnte der Lenkerin nicht mehr geholfen werden“, sagt ein Feuerwehrmann. Die zwölfjährige Tochter wurde schwer verletzt ins SMZ-Ost geflogen, die schwer verletzte siebenjährige Tochter und der leicht verletzte Sohn (4) kamen ins Klinikum Mistelbach.

privat
Isabella Dolezal

Die Kinder besuchten einst den Kindergarten und die Volksschule Weitra bzw. das Gymnasium Gmünd. Erst in den Weihnachtsferien übersiedelte die Familie in den Bezirk Mistelbach.

Die Mutter der Verstorbenen, die in Wetzles wohnt, kümmert sich derzeit um die verletzten Kinder und organisiert auch das Begräbnis ihrer Tochter am 10. Februar um 14 Uhr in Weitra. „Laut ihren Angaben sind die Kinder am Weg der Besserung. Die Zwölfjährige wurde von der Intensivstation auf die normale Station verlegt und der Vierjährige konnte bereits das Krankenhaus verlassen“, weiß Stadtrat Alfred Huber aus Wetzles.

Traude Schindl wurde im Schlaf erschossen

Bundesweit für Aufsehen sorgte auch ein Fall am 2. Februar mit Beteiligung aus dem Bezirk Gmünd: In der Hofzeile in Wien-Döbling dürfte ein 74-Jähriger zuerst seine 69-jährige Lebensgefährtin und Wohnungs-Nachbarin – und anschließend sich selbst – erschossen haben.

Um das im Schlaf durch einen Kopfschuss getötete Mordopfer wird auch in Heidenreichstein getrauert, handelt es sich doch um die in der Burgstadt geborene und aufgewachsene Traude Schindl. Schindl war die älteste Tochter des bekannten Gastwirte-Ehepaares Anton und Berta Schindl, das viele Jahre am Stadtplatz einen Gasthof betrieb. Die so tragisch ums Leben gekommene ehemalige Bibliothekar-Archivarin lebte viele Jahre in Heidenreichstein, ehe sie nach dem Tod ihrer Eltern endgültig nach Wien zog.

Nachbarn waren laut Medienberichten durch die geöffnete Wohnungstür auf die beiden Leichen im Bett aufmerksam geworden, hatten die Polizei verständigt. Der mutmaßliche Täter dürfte für seine Pistole keinen Waffenschein besessen haben, laut Polizei existiert ein Abschiedsbrief. Der ORF berichtete von einer möglichen schweren Erkrankung der 69-Jährigen.