Drittletzter Buchhändler sperrt zu. Petra Altmann schließt auch ihre Filialen in Heidenreichstein und Zwettl.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 30. Januar 2019 (06:16)
Franz Dangl
Am Freitag las die aus Großrupprechts stammende und nun in Schrems lebende Gertraude Brunner (3. v.l.) in der Buchhandlung Janetschek aus ihrem Buch „Familiengeschichten“, zwei Tage später gab Petra Altmann (3. v.r.) das Ende der Buchhandlungen bekannt. Weiters am Foto: Andrea Nowotny, Christa Binder, Lisa Altmann sowie Erna Spießmaier.

In wenigen Wochen werden Stark-Buch in Gmünd und Tobias Spazierer in Schrems die einzigen verbliebenen Buchhandlungen im Gmünder Bezirk betreiben: Nach dem Ende der Buchhandlung Janetschek beim Weitraer Stadttor im Vorjahr und dem bevorstehenden Ende der Buchhandlung Spazierer am Stadtplatz Gmünd gab Petra Altmann am 27. Jänner die Schließung der Filialen von Buch+Papier Janetschek in Heidenreichstein und Zwettl bekannt.

Altmann ist am Boden zerstört, sieht ihren beruflichen Lebenstraum „geplatzt“. „Nach reiflicher Überlegung und schweren Herzens entschloss ich mich zu diesem Schritt. Die sogenannte Online-Konkurrenz ist ganz einfach zu übermächtig, obwohl dort weder persönliche Beratung noch sonstige Dienstleistungen geboten werden“, sagt sie zur NÖN: „Trotzdem möchte ich mich auch bei meinen Kunden bedanken, werde ab jetzt einen Totalabverkauf mit zahlreichen Rabatten in Heidenreichstein wie auch im Zwettler Geschäft anbieten.“

Altmann hatte Anfang 2016 als langjährige Mitarbeiterin gemeinsam mit Gerlinde Ertl die Buchhandlungen Janetschek in Heidenreichstein, Weitra und Zwettl übernommen, seither ist die „Buch+Papier Janetschek GmbH“ mit gepachteten Filialen als eigene Firma wirtschaftlich von der Druckerei Janetschek und der Privatperson Christian Janetschek getrennt.

Ende 2017 verließ Ertl wie berichtet das Unternehmen, im Jahr darauf musste die erste der drei Filialen schließen.

 Druckerei von Schritten nicht betroffen

 Seitens der Druckerei bedauert Geschäftsführer Erich Steindl das Sterben der Buchhandlungen. „Die Janetschek-Geschäfte haben zahlreiche Generationen durch ihren Lebensweg begleitet, sind kaum wegzudenken“, wird er in einer Aussendung zitiert. Es gebe Gespräche über „allfällige Modelle zur Fortführung des Buchhandels“. Die Druckerei Janetschek GmbH mit gut 50 Beschäftigten bleibe wie in den letzten mehr als hundert Jahren aber verlässlicher Nahversorger, werde durch kontinuierliche Angebots-Erweiterung abgesichert, betont er. Sie blicke sogar auf eines ihrer erfolgreichsten Jahre bisher zurück.

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