Bezirk Gmünd

Erstellt am 14. März 2019, 03:57

von Markus Lohninger

Entlastung bei Wolfsrissen: Prozess wird vereinfacht. Vor Freiland-Saison: Künftig DNA-Entnahmen und Ergebnisse rascher. Zuletzt Sichtung bei Landwirtschaft.

Shutterstock, Bildagentur Zoonar GmbH

Die letzten Spuren des Winters machen allmählich dem einsetzenden Frühling Platz, viele Nutztiere freuen sich auf die Übersiedlung aus Ställen ins Freie – und darüber freut sich freilich auch die ins Waldviertel zurückgekehrte kleine Wolfs-Population. Rechtzeitig davor hat Bezirkshauptmann.

Stefan Grusch für geschädigte Besitzer von Nutztieren eine positive Nachricht: Die Dokumentation und das behördliche Prozedere werden wesentlich vereinfacht.

Tagelange Wartezeit soll ein Ende haben

„Der junge, engagierte Amtstierarzt kann künftig gewisse Aufgaben bei der DNA-Auswertung inklusive der Abnahme vornehmen“, sagt Grusch. Dank eigener Fachleute erhalte man nun schneller aufschlusskräftige Antworten auf Fragen, die künftig nicht mehr so lange offen im Raum stehen müssten.

Bis dato war die von Betroffenen häufig kritisierte Praxis, dass bei Verdacht auf Wolfsrisse im Regelfall zunächst Jäger oder Gemeinde informiert wurden, die dann wiederum den Wolfsbeauftragten Georg Rauer informierten, der zur Entnahme von DNA-Proben extra aus dem Wiener Raum anreisen musste. Erst danach durften die toten Nutztiere entsorgt werden, was im heißen Sommer vor allem bei Rissen vor dem Wochenende mitunter bedenkliche Konstellationen hervorrief. Bis die DNA-Ergebnisse vorlagen, vergingen im Regelfall zwei Wochen.

In der Bevölkerung und medial ebbte die Wolfs-Hysterie im Winter ab. Wohl auch deshalb, weil die Nutztiere großteils in Ställen lebten, wurden in den vergangenen Monaten laut Bezirkshauptmann Grusch auch keine Risse im Bezirk Gmünd mehr gemeldet. „Über Sichtungen gibt es immer wieder Meldungen, auch mit Bildmaterial“, sagt er. Zuletzt sei offenbar ein Wolf direkt bei einer Landwirtschaft beobachtet worden. Der Bezirkshauptmann darf seit dem Vorjahr Vergrämungs-Maßnahmen gegen auffällige Wölfe ohne Scheu vor Siedlungen oder menschlicher Nähe anordnen – und in letzter Konsequenz den Abschuss klar definierter einzelner Tiere.