Erfolge gegen Straßenstrich im Grenzgebiet. Polizei und Agentur verzeichnen in Kampf gegen den Straßenstrich in grenznahen Städten Fortschritte.

Von Alexandra Popel. Erstellt am 17. August 2017 (05:42)
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Symbolbild

Allmählich hört das tschechisch-österreichische Grenzgebiet auf, das gelobte Land für den ältesten Beruf der Welt zu sein: Die südböhmischen Gemeinden wehren sich laut Internetportal www.idnes.cz auf verschiedene Weisen und mit Erfolg gegen den Straßenstrich. Die Frauen ziehen sich daher vermehrt in Privatunterkünfte zurück oder vereinbaren Treffen mit ihren Klienten per Telefon.

Gegen die Prostitution gehen sowohl Agenturen als auch die Polizei vor. Zwei Mitarbeiter der Agentur „HG Security für die Bekämpfung der Prostitution“ fahren täglich zwölf Stunden mit dem Auto durch eské Velenice. Einer von ihnen ist Miroslav Škoda, er meint: „Die Einheimischen kennen uns bereits, die meisten stören wir nicht. Wir fahren im zweiten Gang ohne Gas und blockieren ein bisschen den Verkehr, aber daran haben sie sich auch gewöhnt.“

Diese Agentur arbeitet seit Juni 2014 in Velenice, einen Monat davor wurde sie von der Grenzstadt Dolní Dvořiště eingestellt. Velenice zahlt monatlich 200.000 Kronen (7.700 Euro) für die Dienste der Agentur, deren Arbeit Vizebürgermeister Pavel Chabiniok lobt. Da der Vertrag mit der Agentur Ende des Jahres abläuft, überlege man bereits, wie die weitere Zusammenarbeit aussehen wird.

Aufenthaltsverbote für Prostituierte in Kaplice

Zu Beginn der Aktion kamen die Mitarbeiter der Agentur mit Handkameras zu den Frauen und übergaben ihnen die Stadtverordnung auf Tschechisch und Deutsch. HG Security steht in engem Kontakt mit der Polizei, die gegen die Frauen ein Verwaltungsverfahren eröffnen kann. Laut Škoda habe sich die Situation seit 2014 wesentlich gebessert.

Da die Prostitution von den Straßen von České Velenice und Dolní Dvořiště fast verschwand, überwachen die Männer nun auch die Einhaltung von anderen städtischen Verordnungen wie Nachtruhe oder Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen.

In Kaplice hat die Stadt das Problem mit Prostituierten auf andere Weise in den Griff bekommen. In erster Linie ging die Nachfrage zurück. In zweiter Linie hat man das Problem mit Aufenthaltsverboten für die Frauen gelöst. Auch auf dem Weg von Strážné nach Horní Vltavice standen vor ein paar Jahren Mädchen, die sexuelle Dienste anboten.

In geringerem Ausmaß gibt es noch solche Frauen etwa in der Gegend von Řasnice bei Strážný trotz eines Verbotes des Anbietens sexueller Dienstleistungen. „Die Wochenendhausbesitzer beklagen, dass dort manchmal eine Prostituierte erscheint. Ich bat die Polizei, häufiger nach Řasnice zu fahren, beziehungsweise solche Frauen zum Verwaltungsverfahren zu schicken. Wir sind als Gemeinde auch im Stande, dafür zu zahlen,“ sagte Bürgermeisterin Jiřina Králiková zu idnes.cz.

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