Fasten in Zeiten des Verzichts. Die Monate vor der waren heuer anders. Worauf wird im Bezirk Gmünd in den kommenden Wochen trotzdem verzichtet?

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:37)

Große Faschingsfeiern gab es heuer nicht, der Aschermittwoch hat trotzdem wieder die Fastenzeit eingeläutet. Pünktlich dazu fragte die NÖN Promis aus dem Bezirk, welchen Stellenwert das Fasten für sie hat.

Gesunde Ernährung das ganze Jahr über

„Was das Essen betrifft, versuche ich mich das ganze Jahr über ausgewogen und mit regionalen Produkten zu ernähren“, erzählt Moorheilbad Harbach-Geschäftsführerin Karin Weißenböck: „Bei uns im Moorheilbad finde ich natürlich die besten Voraussetzungen dazu. Auch wenn ich selbst koche – was ich sehr gerne tue – achte ich auf die richtigen Zutaten. Daher plane ich kein spezielles Fastenprogramm.“

Weil die Fastenzeit auch den Frühling mitbringt, ist die Vorfreude darauf schon groß: „Gerade nach diesem fordernden Jahr freue ich mich sehr darauf, dass ich wieder mehr Zeit im Freien verbringen kann. Für mich ist die wunderbare Waldviertler Natur ein ganz wichtiger Erholungsfaktor und auch wichtig zum Innehalten.“

Veränderte Ausgangssituation

Das Fasten ist auch bei Agrana Stärke-Geschäftsführer Josef Granner immer wieder ein Thema: „Üblicherweise nehme ich mir einen Bereich vor, zum Beispiel in der Fastenzeit keinen Alkohol zu trinken oder kein Fleisch zu essen.“ Heuer ist das aber anders: „Coronabedingt habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Dadurch, dass der Fasching weggefallen ist, ist der Fokus auf die Fastenzeit ein anderer. Ich habe mir heuer nichts Besonderes vorgenommen.“ Sich Ziele für die Fastenzeit zu setzen und diese dann zu erreichen, tue aber immer gut.

Erfahrungen mit strengem Fasten

Die hat Cordula Krammer, Direktorin des Gmünder Schulzentrums: „Ich habe bis vor einigen Jahren im Frühling immer nach Hildegard von Bingen gefastet.“ 14 Tage lang habe sie nur Wasser und ungesüßten Tee getrunken. „Am zweiten Tag hatte ich schon oft eine Krise, aber mir hat es wirklich gut getan – auch psychisch“, erzählt sie. Aber: „Man muss sehr gut auf sich aufpassen, wenn man nichts isst.“

Wenn diese Zeit des Fastens vorbei war, standen anfangs gedünsteter Apfel und andere leichte Kost am Speiseplan. Wegen geänderten Lebenssituationen habe sie dieses intensive Fasten aber aufgehört, erzählt Krammer: „Ich würde heuer mein Fasten über den Verzicht auf soziale Kontakte definieren. Das ist auch schwierig und fast mit Fasten gleichzustellen.“

Zeit der inneren Einkehr

„Einen gewissen Stellenwert hat es für mich persönlich schon“, sagt Bezirkshauptmann Stefan Grusch. Weil große Veranstaltungen aktuell ohnehin ausfallen, ist sein Fasten-Vorsatz bis Ostern weitgehend auf Alkohol zu verzichten. Die Fastenzeit habe er immer als Zeit der inneren Einkehr gesehen. Durch die Lockdowns sei das heuer ein bisschen anders, auch er sehne sich schon nach den sozialen Kontakten.

Bewusstsein fürs Nicht-Selbstverständliche

Die Fastenzeit sei auch eine Zeit des Aufeinander-Schauens, sagt Dechant Herbert Schlosser. Besonders während der Pandemie sei das wichtig: Anderen zu helfen, die weniger haben oder jene zu unterstützen, die alleine sind. Durch Einschränkungen bei Essen, Trinken oder aber auch Smartphone und Internet steige das Bewusstsein für den eigenen Körper: „Mit dem treiben wir nämlich oft Schindluder. Körper und Gesundheit sind aber nicht selbstverständlich.“

Richtige Fastenessen finden heuer nicht statt, in manchen Pfarren gebe es aber Fastensuppen zum Mitnehmen, erzählt Schlosser.

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