Fipronil-Skandal: Konsumenten sind verunsichert!. Mit Insektengift verunreinigte Eier betreffen den Bezirk Gmünd nicht einmal am Rande – bei vielen Konsumenten macht sich dennoch Verunsicherung breit.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 23. August 2017 (04:29)
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Das Henne-Ei-Problem einmal anders: Hühner legten ihre Eier in mehreren Ländern zuletzt für die 
Mülltonne. Der Bezirk ist vom Skandal nicht betroffen.

Der Skandal um mit dem Insektizid Fipronil verseuchte Eier zieht weite Kreise: Europaweit wurden binnen weniger Tage Millionen Eier aus dem Verkehr gezogen, die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) berichtet inzwischen auch von 21 Proben, in denen Spuren des Insektengifts in Österreich nachgewiesen wurden.

Verunreinigungen seien in deutschen, holländischen, belgischen und dänischen Produkten im Großhandel gefunden worden, betont die AGES. Betroffen seien davon unter anderem Vollei, gekochte und geschälte Eier, Flüssigei, Eiweißpulver und Eigelb. Obwohl österreichische Frischeier und Geflügelfleisch im Einzelhandel laut AGES frei von Fipronil sind, stellt der Skandal auch heimische Produzenten vor Herausforderungen.

"Wir arbeiten mit fipronilfreien Eiern"

„Viele Anfragen von total verunsicherten Kunden“ bekommt dieser Tage etwa Karl Zimmermann vom vielfach preisgekrönten Nudel-Familienbetrieb in Walterschlag (Gemeinde Weitra), der zuletzt für seine „Bio Einkorn-Spiralen“ beim bundesweit wichtigsten Preis für Eier und Ei-Erzeugnisse den Sieg abräumte. Täglich rufen ihm zufolge Privatkunden an, der Großhandel wolle sich durch schriftliche Bestätigungen vor allem auch hinsichtlich weiter verarbeiteter Produkte absichern. Aber, so Zimmermann: „Wir arbeiten mit fipronilfreien Eiern!“ Man habe die Produkte untersuchen lassen und ausschließlich negative Befunde erhalten, das überrascht Zimmermann nicht.

Fipronil wurde in einigen Ländern im Vorfeld der Turbulenzen verbotenerweise für die Reinigung von Hühnerställen verwendet – Zimmermann folgt aber bei der Reinigung Empfehlungen der Bauernkammer, die zertifizierte Reinigungsmittel listet. Hundert Prozent der Zutaten für seine Nudeln sind aus Österreich, die bis zu 250.000 verarbeiteten Eier pro Jahr kommen aus eigener Produktion sowie von zwei Partner-Landwirten in Reinprechts und Reinpolz. Gut ein Viertel seiner Erzeugnisse geht an Private, der Rest geht an Großhändler wie auch Eurogast Pilz-Kiennast oder Kastner, an Supermarkt-Ketten wie Spar, Billa und Unimarkt oder kleinere Feinkostläden bis nach Wien.

Wirte: Vertrauen auf Produzenten aus Region

Seitens der Gastronomen und der Kundschaften im Bezirk sei das Vertrauen in die Beteiligten groß – und der Fipronil-Skandal kein wirkliches Thema. Das sagt Wirtesprecherin Doris Schreiber zur NÖN. „So weit mir bekannt ist, werden alle unsere Wirte von Eier-Produzenten aus der Umgebung beliefert – davon haben wir ja sehr viele. Ich wüsste niemanden, der in der Großindustrie einkauft.“ Schreiber hält es für unwahrscheinlich, dass sich Betreiber regionaler Hühnerfarmen auf etwas Unerlaubtes einlassen würden.

Sie selbst bezieht für ihre Waldschenke Eier von Freilandhühnern in Seyfrieds und Nudeln aus dem Hause Zimmermann – und zwar über Eurogast Pilz-Kiennast.