Fit durch den Winter: „Wir haben es in der Hand“

Fitness-Experten aus dem Bezirk Gmünd sehen Bewegung wichtig für Psyche und Immunsystem.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 04:25
Lesezeit: 2 Min

Selbst wenn es draußen kalt ist oder sogar schneit: Bewegung ist auch im Winter wichtig. Warum das so ist und wie Bewegung in der kalten Jahreszeit gelingen kann, erklären „Chili Gym“-/„Injoy“-Inhaber Jürgen Hobiger und „Mrs. Sporty“-Clubmanagerin Romana Schlosser.

NÖN: Welche Übungen empfehlen Sie um fit zu bleiben?

Jürgen Hobiger: Kniebeugen sind sicher ein Klassiker, für Anfänger reicht es aber schon, mehrmals am Tag Stufen rauf- und runterzugehen.

Romana Schlosser: Was ganz einfach ist, ist die VWTU-Übung an der Wand. Man bewegt nur die Arme, aber wenn man es jeden Morgen macht, startet man besser in den Tag.

Warum ist Bewegung auch im Winter so wichtig?

Schlosser: Bewegung ist ein wichtiger Beitrag zur psychischen Gesundheit. Im Sommer sind die Tage länger, im Winter braucht es andere Wege, um Neurotransmitter zu fördern und regelmäßige Bewegung bringt eben Glücksgefühle.

Hobiger: Das Immunsystem ist ein Hauptgrund. Wir haben unsere Gesundheit zum Teil selbst in der Hand und regelmäßige Bewegung bis hin zum Muskeltraining ist ein Teil davon.

Wenn mal die Motivation fehlt: Wie kann man sich anspornen?

Schlosser: Freude an Bewegung bekommt man durch Bewegung. Wichtig ist, klein anzufangen, sich Schritt für Schritt zu steigern und keine unerreichbaren Ziele zu setzen. Auch ein Belohnungskonzept kann helfen – aber eben nicht die Cremeschnitte. Mit einem Bestrafungssystem funktioniert es sicher nicht. Eine gute Möglichkeit ist zudem, eine zweite Person zu finden und Bewegung verbindlich zu vereinbaren.

Raten Sie zu bestimmten Übungen bei Personen, die viel sitzen?

Hobiger: Ein Beispiel: Man legt sich zur Entlastung der Wirbelsäule gerade auf den Boden und macht dabei Atemübungen. Dabei signalisiert man dem Körper, dass er sich entspannen kann. Es gäbe viele Möglichkeiten, bei Übungen aus dem Internet wäre ich aber vorsichtig, würde eher zu einem Profi gehen und gemeinsam einen individuellen Plan erstellen.

Welche Sportarten eignen sich besonders gut, um im Winter fit zu bleiben?

Schlosser: Ich wäre für Schneeschuhwandern. Es ist unkompliziert, braucht wenig Ausrüstung und kaum Vorbereitung. Insgesamt würde ich ohnehin mehr Krafttraining empfehlen – auch abseits des Winters.

Hobiger: Schwimmen ist eine wichtige Option, auch Ausdauersport tut gut. Je sportaffiner jemand ist, umso mehr kann man natürlich machen.

Welche Risiken durch Bewegungsmangel sehen Sie – besonders im Winter?

Hobiger: Wenn es morgens später hell und abends früher dunkel wird, hat der Mensch ganz einfach einen geringeren Bewegungsdrang. Gibt man dem tatsächlich nach, kommt es zu einem Muskelschwund, woraus etwa diverse Rückenproblematiken entstehen können. Weitere Risiken sind Gefäßerkrankungen, Migräneanfälle und Gewichtszunahme.

Schlosser: Das Wetter fordert das Immunsystem, aber regelmäßige Bewegung unterstützt es. Sie führt außerdem zu erhöhter Sauerstoffzufuhr und ist somit auch für das Gehirn und die Konzentrationsfähigkeit sehr wichtig.