Greta & Co: Reparieren wird „sexy“. Betriebe orten steigendes Bewusstsein – auch dank Reparaturbonus.

Von Markus Lohninger und Anna Hohenbichler. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:54)
Gerald Muthsam
Die Firma Hörmann mit Standorten in Waidhofen und Schrems bietet Reparaturen für Haushaltsgeräte, aber auch für Unterhaltungselektronik an. Der Tenor von Gregor Hörmann und Techniker Andreas Holzmann (Bild): Generell ließen eher ältere Leute reparieren und solche, die sich die Geräte hart ersparen mussten.

Greta begeistert die Massen, Betriebe setzen auf Öko-Konzepte, Grüne erreichen ungekannte Beliebtheit – Klimaschutz ist laut Studie plötzlich „sexy“. Dazu passt der in der NÖN vorgestellte Reparaturbonus, dank dem die Hälfte der Kosten von Elektro-Reparaturen zurückgeholt werden kann.

„Das Bewusstsein steigt, dass es nicht richtig ist, Dinge einfach wegzuwerfen, bei denen es nicht nötig wäre“, sagt Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Peter Weißenböck. Er hat unlängst selbst ein Altgerät zur Reparatur gebracht. Sein Problem: Der Betrieb war kein Partner der Aktion. Das Netz müsse dichter werden, findet er. Aus der Sicht der Wirtschaft stört ihn nicht, wenn am Elektro-Sektor weniger eingekauft wird: „Die Ware ist meist ‚Made in China‘ – dem Handel bleiben geringe Gewinnspannen. Die Reparatur schont die Umwelt, schafft Wertschöpfung und Arbeit in der Region.“

Ob ein kaputtes Gerät repariert oder zu einer Neuanschaffung geraten wird, das richte sich ganz nach den Kosten der Reparatur, sagt Benno Schalko, Geschäftsführer von Elektro Heissenberger in Litschau. „Alles, was preislich im Rahmen ist, wird repariert.“ Die Bereitschaft der Kunden, ein defektes Gerät reparieren zu lassen, statt zum neuen zu greifen, sei an sich vorhanden: „Anschauen kommt jeder“, so Schalko.

„Umweltfreundliche Alternative zum Neukauf“

Ähnliche Erfahrungen macht auch Johann Rauch von Elektro Rauch in Kirchberg. „Die Leute wollen defekte Geräte meistens reparieren lassen. Manchmal muss man das auch ablehnen, weil eine Reparatur zu arbeitsintensiv wäre“, sagt er. Und: „Besonders in unserer Region zieht man das Reparieren dem Wegwerfen vor.“

Markus Schandl hatte schon einige Kunden, die auf den Reparaturbonus aufmerksam geworden sind. Nur: Bei Kleingeräten wie Mixern oder Toastern sei eine Reparatur meistens viel teurer als ein Neukauf – die Elektrogeräte werden zum Wegwerfprodukt, so der Inhaber von Elektro Schandl in Gmünd. Die zwei größten Schwierigkeiten laut seiner Einschätzung: mangelnde Ersatzteile und der Umstand, „dass Elektrogeräte heutzutage fast nicht mehr für eine Reparatur ausgelegt sind.“

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf sieht Reparaturen als „umweltfreundliche Alternative zum Neukauf“, sie trage zur Abfallvermeidung und somit zum aktiven Klimaschutz bei. Die Förderung sei auch ein Impuls für Reparaturbetriebe.

WKNÖ-Spartenobmann Wolf gang Ecker: „Der Reparaturbonus wird sehr gut angenommen.“ Regionale Wertschöpfung, Unternehmen – wie auch die Handy-Werkstatt in Gmünd – und Ausbildungsplätze in den Regionen würden gestärkt, handwerkliches Know-how gesichert. „Kunden bekommen einen zusätzlichen Anreiz, auf Betriebe im Lebensumfeld zu setzen.“

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