„Hat man das nördliche Waldviertel vergessen?“. Grünen-Bezirkssprecher Manfred Stattler hält Streichung von Direktförderungen bei Naturparken und Solartaxi für Schlag gegen „Lebensnerv der Region“.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 22. März 2017 (05:11)
Waldviertel
NOEN, VIER PFOTEN/Matthias Schickhofer

Empört reagierte Manfred Stattler, Bezirkssprecher der Grünen, auf Berichte über das Solartaxi und die Streichung der Direktförderungen für Naturparke seitens des Landes NÖ in der vorigen NÖN. „Die finanzielle Vernachlässigung des Solartaxis in Heidenreichstein und das Aushungern der Naturparke durch die Streichung von Direktförderungen des Landes NÖ treffen den Lebensnerv der Region!“, klagt er.

Etwa in Tulln würden die Öffis unter Mitfinanzierung des Landes im Halbstundentakt und auch am Wochenende verkehren, das preisgekrönte und hervorragend angenommene öffentliche Nahverkehrsmittel Solartaxi in Heidenreichstein der Landesregierung aber gerade einmal 2.500 Euro im Jahr 2016 wert gewesen.

Ein landschaftlicher Schatz

Überhaupt nicht einverstanden ist er auch mit der Entwicklung zum Thema Naturparke. „Rund ein Viertel der NÖ Naturparke liegen im nördlichen Waldviertel. Sie sind der landschaftliche Schatz, der als Publikumsmagnet Besucher anzieht. Sie schaffen Arbeitsplätze und tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Fortkommen anderer Sektoren wie Fremdenverkehr, Handel und Gewerbe bei“, so Stattler. Das Abschaffen der Basisförderung zugunsten ausschließlicher Projektförderungen sei nicht nachhaltig, schaffe erhebliche Folgeprobleme.

Abgesehen davon träfen diese Kürzungen den Bezirk Gmünd besonders arg. Naturparke und Solartaxi seien überwiegend durch Ehrenamtlichkeit und freiwillige Arbeitsleistung aufgebaut worden. Dass dieser jahrelange Aufbau in Eigeninitiative – die in den Zentralräumen niemand für die Allgemeinheit aufbringen müsse – damit belohnt werde, dass selbst die finanzielle Unterstützung des laufenden Betriebes eingestellt wird, ärgert Stattler besonders. „Es stellt sich die Frage: Hat die Landesregierung das nördliche Waldviertel gänzlich vergessen oder wird das Wenige an öffentlicher Infrastruktur absichtlich ruiniert?“

Rechnungshof empfahl neue Förderrichtlinien

Unterstützung erhält er dabei von der frisch gekürten grünen Landtagskandidatin Silvia Moser aus Zwettl: „Die ländliche Strukturpolitik wurde unter Landeshauptmann Pröll jahrelang vernachlässigt. Statt des erhofften Neubeginns kommen wir jetzt mit diesen Kürzungen vom Regen in die Traufe.“

Laut Günther Gamper von der Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich erfolgte die Änderung der Förderrichtlinien für Naturparke auf Empfehlung des Landesrechnungshofes. Die Landesregierung habe diese Empfehlung umgesetzt. Ziel der Änderung sei es, vom Gießkannenprinzip weg zu kommen.

Zudem sei die neue Förderstruktur mit dem Verein Naturparke NÖ als Dachverband der NÖ Naturparke im Vorfeld abgesprochen worden, so Gamper. Bei der Generalversammlung des Vereins am Donnerstag werde es noch einmal detaillierte Infos für die Naturparke geben, welche Art von Leistungen künftig förderungswürdig seien.

Umfrage beendet

  • Bleiben kleine Naturparke auf der Strecke?