Impfen als Schutz für sich selbst und andere. Experten aus dem Bezirk erachten die Durchführung von Schutz-Impfungen als soziale Verantwortung.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 12. Februar 2020 (03:28)
Impfen ist auch bei Erwachsenen ein Thema. Häufig fehlen Auffrischungsimpfungen.
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Impfbefürworter gegen Impfgegner und teils Impfmuffel: Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Schutzimpfungen sorgen in der Bevölkerung für konträre Sichtweisen und bieten Anlass zur Debatte. Um mehr Bewusstsein für wert- und vor allem wirkungsvolle Impfungen zu schaffen, setzt das Land NÖ auf die Kampagne „Darum Impfen“. Aber wogegen? Wie oft? Warum eigentlich? Und was hilft sonst noch vor Erkrankungen? Die NÖN hörte sich um.

„Aus persönlicher und langjähriger Erfahrung bin ich davon überzeugt, dass Impfen etwas Gutes ist“, sagt der Gmünder Apotheker Gottfried Libowitzky (Apotheke zum Auge Gottes). „Viele schwerwiegende Krankheiten konnten so praktisch oder ganz ausgerottet werden.“ Apotheken seien eine wichtige Infostelle für Menschen. „Wir kontrollieren die Impfprogramme, informieren, was sie brauchen, erstellen Terminpläne. Viele Impfungen brauchen ja Zeit, um den vollen Schutz aufzubauen.“

Für Österreich gibt es einen Impfplan, der jedes Jahr überarbeitet wird. Auf diesen verweist Bezirksärztevertreter Christoph Preißl, Allgemeinmediziner in Kirchberg: „Das ganze Jahr über aktuell sind jene gegen Diphterie, Tetanus, Polio und Keuchhusten, im Sommer FSME und im Winter besonders Grippe und Lungenentzündung. Wichtig ist auch die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln.“

In diesem Impfplan werden auch Risikogruppen, auch Berufsgruppen, angeführt. „Für gewisse Gruppen ist das Infektionsrisiko höher“, sagt Preißl. „Wenn ich mir anschaue, wie viele Menschen sich heuer mit Influenza infiziert haben, würde ich aber sagen, die Impfung ist für alle empfehlenswert.“

Gerade bei der Grippeimpfung ist die Impfmoral schlecht. „Die Impfung schützt vor der Grippe, aber nicht vor einem grippalen Infekt – man kann also trotzdem krank werden“, begründet Preißl. Libowitzky ergänzt: „Die Grippe kommt im Waldviertel eher weniger zum Ausbruch als in Ballungsräumen. Bei uns sind das meist grippale Infekte.“ Ratsam sei eine Grippeimpfung dennoch. „Grippe eine ernstzunehmende Krankheit, an der jedes Jahr in Österreich mehr als tausend Menschen sterben. Dagegen ist der Coronavirus vernachlässigbar“, wird Preißl deutlich (siehe auch Bericht auf NÖN.at).

Hygiene im Spital: „Kein Tag ist wie der andere“

Neben der Impfung gibt es auch andere Möglichkeiten, sich zu schützen – vor allem in puncto Hygiene. „Was die Grippezeit betrifft, können Händeschütteln oder ein Begrüßungskuss reichen, um sich anzustecken“, erläutert Libowitzky, der aber ein gesteigertes Bewusstsein erkennt. „Die Leute informieren sich. Die Nachfrage nach Hygieneprodukten, Desinfektionsmitteln und Mundmasken steigt.“

Eine besondere Stellung hat Hygiene in Krankenhäusern. In den Waldviertler Landeskliniken gibt es speziell ausgebildete Hygienebeauftragte. „Zu den Aufgaben gehören alle Maßnahmen, die der Erkennung, Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von Infektionen und der Gesunderhaltung dienen“, erklärt Günther Kalchbrenner, Hygienefachkraft am Landesklinikum Horn-Allentsteig. „Wir sind auch bei allen Bau-Planungen und der Anschaffung von Geräten und Gütern involviert.“

Täglich sind Fragen zu Hygiene-Problemen zu beantworten, müssen hygienerelevante Produkte freigegeben werden, Stationen besucht und Richtlinien überprüft, manchmal auch überarbeitet werden. „Im Grunde sieht aber jeder Tag anders aus“, sagt Kalchbrenner. Die Herausforderungen seien durch unterschiedliche Krankheitsbilder und Komplexitäten oft von Station zu Station verschieden.

Besonders herausfordernd sei etwa der Umgang mit Isolierpatienten. „Wegen Infektionen mit multiresistenten Erregern brauchen sie oft eine Einzelunterbringung.“ Zudem sei wichtig, die Richtlinien auch in Stresssituationen nicht zu vernachlässigen.

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