Krankenstände im Steigen: Grippewelle rollt an. Zahl der Erkrankten ist aber im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres nur geringfügig höher.

Von Karin Pollak. Erstellt am 09. Februar 2018 (04:29)
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2018 ist im Bezirk auch wieder ein Grippejahr.

In den Ballungszentren ist die Grippewelle bereits angekommen. Im Bezirk Gmünd gibt es aber erst seit einigen Tagen einen Anstieg bei jenen Arbeitnehmern, die an der echten Grippe erkrankt sind. Die Grippewelle rollt also an.

Laut dem neuen Bezirksärztevertreter Christoph Preißl verlagert sich die angekündigte Grippewelle jetzt von den Wien zu uns. „Momentan sind sehr viele krank, auch mit banalen Infekten ist man das. Gefühlsmäßig gibt es heuer mehr Erkrankte als im Vorjahr“, so Preißl. Er appelliert an die Bevölkerung, gerade jetzt öfter die Hände mit Seife zu waschen und dabei nicht auf die Daumen und Fingerkuppen zu vergessen. „Dadurch werden viele Viren abgetötet.“

"seit der Vorwoche merken wir einen Anstieg"

Das bestätigt Wolfgang Ebert von der Gebietskrankenkasse. In der Vorwoche waren in den Bezirken Gmünd und Waidhofen insgesamt 194 Personen an Grippe oder grippalen Infekten erkrankt. In der Vergleichswoche 2017 konnten 175 Personen nicht in die Arbeit gehen. In der heurigen Woche 04 waren 169 Personen mit Grippe oder grippalen Infekten krank gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr setzte die Grippewelle voll ein. Da gab es wegen Grippe oder grippalen Infekten 236 Krankgeschriebene.

Dass seit der Vorwoche die Nachfrage nach Arzneimittel gegen grippale Infekte im Steigen ist, bestätigt der Gmünder Apotheker Gottfried Libowitzky: „Seit der Vorwoche merken wir einen Anstieg. Am vergangenen Wochenende ist die Zahl der Patienten mit Husten, Schnupfen und teilweise auch mit Fieber nochmals eklatant gestiegen. Echte Grippefälle sind aber wenige dabei.“

Warum heuer die Grippewelle so lange auf sich warten ließ – im Vorjahr war diese im Bezirk Gmünd um diese Zeit bereits im Abklingen – kann auch der langjährige Apotheker nicht sagen. „An mehr Grippegeimpften kann es nicht liegen. Erst jetzt, wo bekannt geworden ist, dass es das Serum für die Vierfach-Impfungen nicht mehr gibt, ist die Nachfrage gestiegen“, so Libowitzky.