Bezirk Gmünd: Marke von hundert Infizierten erreicht. EMS spricht zum Beginn des Oktobers von 105 bisher Infizierten. Hochzeits-Cluster dürfte langsam „austrocknen“, dafür neue Mahnung zu höchster Disziplin beim Frisörbesuch.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 01. Oktober 2020 (19:53)
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Infolge des Aufpoppens des Schremser Hochzeits-Clusters wurden die Statistiken im Gmünder Bezirk derart durcheinandergewirbelt, dass die offiziellen Infektionszahlen von Bezirkshauptmannschaft und Epidemiologischem Meldesystem (EMS) immer noch nicht wieder übereinstimmen. Dennoch ist es nun fix: Die Marke von hundert jemals Infizierten wurde im Gmünder Bezirk mit 1. Oktober erreicht – die Behörde spricht von exakt hundert, das EMS bereits von 105 CoV-Fällen. 

Bisher 4.000 angeordnete Tests

Mit Stand 1. Oktober gelten laut Bezirkshauptmannschaft 58 Personen im Bezirk als aktiv infiziert, mehr als 260 Personen sind in Quarantäne. Ebenfalls überschritten wurde am 1. Oktober laut Bezirkshauptmann Stefan Grusch die Marke von 4.000 Einwohnern aus dem Bezirk, für die bisher durch die Behörde eine Testung veranlasst wurde – hinzu kommen privat veranlasste Tests sowie freiwillige Clustertestungen in Betrieben wie im Moorheilbad Harbach oder im Hotel-Restaurant Stern in Gmünd, in Schulen oder unter Landesbediensteten. Stefan Grusch: „Das hilft immer wieder dabei, symptomlos Infizierte herauszufiltern.“

Abgeschlossen ist der Schremser Cluster indes immer noch nicht. Aber: „Die positiven Tests in Zusammenhang mit der Hochzeit werden weniger. Ich möchte noch nichts verschreien, dennoch bin ich großer Hoffnung, dass der Cluster langsam austrocknet“, sagt Grusch. Nur noch zwei der neun positiv auf CoV getesteten Personen in den vergangenen beiden Tagen ordnet er der Hochzeit zu.

An einer anderen Front würden sich allerdings allmählich die Probleme mehren, auch in den Nachbarbezirken, warnt der Bezirkshauptmann: „Wir haben immer wieder Infektionen in Zusammenhang mit einem Frisörbesuch. Angesichts des engen Kontaktes zwischen Mitarbeitern und Kunden ist es hier besonders wichtig, die Schutzbestimmungen sehr genau einzuhalten.“

Veranstaltungswesen unter der Lupe

Hohe Aufmerksamkeit legt die Behörde seit dem Umschalten der Corona-Ampel im Bezirk auf Orange auch auf das Veranstaltungswesen. Veranstalter werden zunehmend von der Behörde bezüglich ihrer Vorhaben und der konkreten Ausgestaltung ihres Präventionskonzeptes kontaktiert. Manche Veranstaltungen müssten auch untersagt werden, beteuert Grusch: „Wir müssen sehr streng vorgehen, um noch größeren, wirklich nachhaltigen Schaden möglichst zu verhindern.“