Bezirk Gmünd: Mehr als 130 Personen in Quarantäne. Gmünd bleibt mit 29 jemals Infizierten (Stand: 19. September, 11 Uhr) bundesweit unter den Bezirken mit den geringsten CoV-Zahlen. Zehn binnen nicht einmal fünf Tagen nachgewiesene Infektionen sind dennoch ein bisheriger Höchstwert, etwa 130 Personen aus dem Bezirk waren bereits am Freitag in Quarantäne – so viele wie nie seit Ausbruch der Pandemie.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 19. September 2020 (11:08)
Symbolbild
Oleksii Synelnykov, Shutterstock.com

Dementsprechend rege ist derzeit das Treiben in der Bezirkshauptmannschaft Gmünd, damit die Kontaktwege der neu Infizierten herausgearbeitet sowie Risikopersonen erhoben, getestet und abgesondert werden können.

Covid hält alle Fachgebiete der Behörde in Atem

„Mittlerweile ist Personal aus allen Fachgebieten involviert, in die Abläufe und Maßnahmen eingeschult“, sagt Bezirkshauptmann Stefan Grusch. Etwa 20 Beschäftigte arbeiten mittlerweile gemeinsam mit den Epidemieärzten Georg Vitovec und Christoph Preißl daran, dass sich das Virus im Bezirk nicht ausbreitet. 

Großes Ziel ist es, jeden neuen Fall inklusive aller Kontakte bis spätestens Abend abzuarbeiten und die Ausstellung allfälliger Absonderungsbescheide zur Heimquarantäne innerhalb von 24 Stunden zu garantieren. „Das ist notwendig, damit wir am nächsten Tag gleich mit den frischen Fällen beginnen können. Daher sind wir auch an Samstagen und Sonntagen immer besetzt“, sagt Grusch: „Großes Lob gebührt in dem Zusammenhang den Mitarbeitern – keiner murrt, obwohl manche schon längere Zeit keinen freien Tag mehr hatten.“ Die Qualität des Personals inklusive der Epidemieärzte bilde die Grundlage für einen immer noch reibungslosen Ablauf.

Quellensuche teilweise schwer

Bisher hat sich hier im Gegensatz zu allen Nachbarbezirken noch kein „Hotspot“ entwickeln können. Ein Großteil der zehn seit 15. September dokumentierten positiven Tests ist laut Grusch „sehr wahrscheinlich“ auf den ins gesamte Waldviertel ausstrahlenden Schwarzenauer Cluster zurückzuführen, einer stehe in Zusammenhang mit einer Schule in Groß Siegharts und je einer mit Fällen in der Caritas-Werkstatt Waidhofen bzw. bei der Firma Hartl-Haus.

Teils sei die Rückverfolgung der Kontakte zunächst ergebnislos geblieben, räumt Grusch ein. Der in der Nacht auf 18. September registrierte 28. Covid-Positive werde künstlich beatmet und habe am 18. September nicht befragt werden können. Das Virus sei in dem Fall im Zuge des Tests bei Einlieferung ins Spital festgestellt worden.